BSE-Gefahr in Schlachthöfen

Ein Forscherteam aus Zürich und aus Tübingen haben nun nachgewiesen, dass Prionen, die für die Auslösung der Rinderseuche BSE und der Creuzfeldjakobkrankheit verantworlich sind, auch über die Luft übertragen werden können.

Kritisch kann dies für Schlachthauspersonal werden. Adiano Augzzi, Professor für Neuropathologie an der Uni Zürich empfiehlt, dass die Benutzung von Hochdruckreinigern nicht mehr ohne vorherige Schutzmaßnahmen erfolgen sollte. Auch Labors und Futtermittelfabriken müssten über strenger Vorsichtsmaßnahmen nachdenken, so der Experte.

Referenz:
Bild.de, 14.01.2011


Lebensmittelalarm in Deutschland: Dioxin in Fleisch und Eiern

Der Futtermittelhersteller Harles und Jentzsch aus Schleswig-Holstein soll über 3.000 Tonnen dioxinbelastetes Fett in über 150.000 Tonnen Futtermitteln in den Handel gebracht haben. Dioxine sind Abfallprodukte chemischer Verbrennungsprozesse. Sie sind hochtoxisch und werden als krebserregend eingestuft. Dioxin sammelt sich bevorzugt im Fettgewebe der Tiere an.
In der ersten Kalenderwoche 2011 standen in Deutschland über 4.700 Tierproduktionsbetriebe im Verdacht, dioxinverseuchtes Tierfutter zu verfüttern. Betroffen waren insbesondere Schweinemastbetriebe und Hühnerfarmen.

Tatsache ist, dass tausende Hühnereier und Hennen dioxinverseucht waren bzw. sind. Tests haben ergeben, dass fast jede zweite Probe des Futtermittelherstellers Harles und Jentzsch einen zu hohen Dioxingehalt aufwies. Der Dioxinskandal hat sich mittlerweile auch auf Schweinemastbetriebe ausgeweitet. Entdeckt wurden erhöhte Dioxinwerte bei einer Probeschlachtung in einer Schweinemästerei im niedersächsischen Landkreis Verden. Dabei wurden um mehr als 50 Prozent über dem Grenzwert liegende Dioxinwerte ermittelt. 160 Schweine wurden als nicht lebensmitteltauglich eingestuft.
Recherchen haben ergeben, dass von dieser Mästerei mindestens 180 dioxinbelastete Schweine zur Schlachtung freigegeben und höchstwahrscheinlich verzehrt wurden. Dieser Schweinehalter verfüttert seit mindestens 26. November 2010 an seine Schweine dioxinhaltiges Futter.
In einer weiteren Schweinemästerei in der Region wurden bei einem Tier ebenfalls erhöhte Dioxinwerte festgestellt. Dieser Hof bleibt bis auf weiteres gesperrt. Allein in Niedersachsen werden 330 Schweine- und Putenmästereien und Legehennenbetriebe bis zum endgültigen Abschluss der Kontrollen gesperrt bleiben.
Aufgrund der massiven Dioxinskandale haben China und auch Korea die Einfuhr von deutschem Schweinefleisch und deutschen Eierprodukten eingestellt.

Referenzen:
online-presseportal.com, 07.12.2011
Bild.de, 06.01.2011
Stern.de, 11/ 12.01.2011
rp-online.de, 13.01.2011

Ach du dickes Ei

Laut Behördenangaben wurden giftige Fettreste aus der Biodiesel-Produktion an einen Futtermittelbetrieb verkauft und zu Futtermitteln weiterverarbeitet. Die Ware stammt von der Biodiesel-Anlage Petrotec AG.
Der Futtermittelproduzent Harles & Jentzsch kaufte diese giftigen Fettreste, obwohl anscheinend durch Kennzeichnung hervorging, dass sie nur für die chemische Industrie bestimmt waren. Die dioxinbelasteten Fettreste wurden dann zu Futtermitteln verarbeitet. Leichtsinnig oder einfach nur skrupellos?
Vom Produzenten gelangte das verseuchte Futter dann zu den Höfen, wo es den Tieren als „Nahrung“ zugeführt wurde. Als Endprodukt Ei landete es dann auf so mancher Leute Teller.
In Niedersachen wurden bereits 1000 Betriebe geschlossen, und allein im Kreis Soest mussten 8000 Tiere ihr Leben lassen. Die Eier befinden sich natürlich bereits zu Massen im Handel oder wurden weiterverarbeitet. Ob es auch Ihr Ei betrifft, wer weiß?
Eine Frage bleibt auf jeden Fall offen: Ist dies nur die Spitze des Eisbergs?

Zu hoffen ist, dass viele Verbraucher umdenken. Denn wir als Verbraucher können täglich entscheiden, ob wir uns mit Billigeiern aus der Massentierhaltung zufrieden geben und qualvolles Tierleid unterstützen möchten.

Referenz:
Fettreste der Biodiesel-Produktion im Tierfutter, rp-online.de, 04.01.2011

In stiller Trauer

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz veröffentlichte  im Herbst 2010 die Zahlen der “verbrauchten” Tiere in Tierversuchen für das Jahr 2009. Offiziell wurden in Deutschland insgesamt 2.786.331 Tiere  zum Wohle der Wissenschaft verwendet.
Allein für die biologische Grundlagenforschung wurden 2009 fast 1 Mio. Tiere  geopfert. Über eine halbe Mio. Tiere kamen für die Erforschung und Entwicklung von Produkten und Geräten für die Human-, Zahn- und Veterinärmedizin zu Tode – Tiere, die hierbei in toxikologischen Tests umgebracht wurden, gar nicht eingeschlossen. Für die Herstellung von Produkten und Geräten für die Human- , Zahn- und Veterinärmedizin  und deren Qualitätskontrollen kamen über eine viertel Mio. Tiere ums Leben. Weitere Einsatzgebiete, für die unzählige Tiere einen qualvollen Tod erleiden mussten, waren u.a. toxikologische Untersuchungen und Sicherheitsprüfungen, Diagnosen von Krankheiten, Prüfung der Wirksamkeit von Schädlingsbekämpfungsmitteln, Ausbildung und Weiterbildung.

Anzahl der verwendeten Tiere in Tierversuchen 2009:

Mäuse 1.876.563
Ratten 514.722
Meerschweinchen 29.566
Hamster 6.933
andere Nagetiere 7.632
Kaninchen 59.208
Katzen 793
Hunde 3.832
Frettchen 100
andere Fleischfresser 446
Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel 917
Schweine 13.637
Ziegen 413
Schafe 2.690
Rinder 3.182
Neuweltaffen 424
Altweltaffen 1.889
andere Säugetiere 283
Wachteln 1.943
andere Vögel 104.344
Reptilien 343
Amphibien 10.341
Fische 146.130
Insgesamt 2.786.331

Quelle:
http://www.bmelv.de/cln_163/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/Tier/Tierschutz/2009-TierversuchszahlenGesamt.html
Bild: knipseline, pixelio.de