Tierquälerei an Küken in Cuxhaven

Der Weltkonzern Lohmann/ Aviagen mit Sitz in Cuxhaven ist Marktführer auf dem Gebiet der Züchtung und „Produktion“ von Legehennenrassen. Lohmann ist weltweit bekannt als der Züchter von so genannten Hybridrassen, das heißt, das Geflügel wird entweder auf eine hohe Mastleistung oder auf eine hohe Legeleistung gezüchtet. Nun müssen sich die beiden Geschäftsführer, Hans-Friedrich Finck und Rudolf Preisinger, vor Gericht verantworten. Es geht um die millionenfache Misshandlung von Küken. Die Anklagebehörde wirft Lohmann vor, jahrelang Kämme und Zehen der Küken ohne Betäubung amputiert zu haben. Diese Organe sind sehr schmerzempfindlich und sehr gut durchblutet. Nach dem Tierschutzgesetz ist diese massive Manipulation bereits seit 2006 verboten.

Es geht wieder einmal nur ums Geld. Das Kämmekürzen ist eine übliche Vorgehensweise zur Differenzierung der Küken nach ihren Zuchtlinien; man kann dann z.B. Hennen, die weiße Eier legen, von denen, die braune Eier legen, unterscheiden. Durch Einfärben des Gefieders käme man auf das gleiche Ergebnis, dies ist jedoch viel teurer und zeitaufwendiger.

Generell sind bei den hochgezüchteten Legehennenrassen natürlich nur die eierlegenden weiblichen Tiere von Nutzen. Die männlichen Küken sind „Abfallware“, sie werden entweder vergast oder im Kükenmuser getötet. Die Tierrechtsorganisation PETA geht davon aus, dass bei Lohmann wenigstens ein Teil der männlichen Küken, die keine Verwendung fanden, getötet wurde und billig über eine Entsorgungsgesellschaft auf dem Müll landete. Dies verstößt ebenfalls gegen das Tierschutzgesetz, in dem es heißt, man darf Tiere nicht „ohne Nutzung“ töten.

Kommentar:
Es ist wirklich eine Schande, dass Tiere, unsere Mitgeschöpfe, für industriemäßige Massenproduktionen ausgenutzt und getötet werden. Jeder hat es täglich selbst in der Hand, ob er durch seinen Konsum dieses Tierleid unterstützt.

Referenzen:
peta.de/lohmann;
Prozess um gequälte Küken, Weser-Kurier, 15.02.2011

Mehr Fleisch durch Genmanipulation

Um dem weltweit steigenden Bedarf an Fleisch gerecht zu werden, sollen zukünftig gentechnisch veränderte Schweine und Rinder mit mehr Fleisch produziert werden. Der Genetiker Manfred Schwerin des Leibnitz-Instituts für Nutztierbioloige in Dummersdorf (Rostock) fordert, dass Nutztiere mehr Leistung bringen sollten, um den immer größeren Bedarf an Fleisch, Milch und Eiern zu befriedigen. Dadurch würde auch der durch die Massentierhaltung auftretende negative Klimaeffekt gedämpft werden können.

Schwerin betont auch, dass künftig nicht mehr ausreichend Flächen für die Tiere zur Verfügung stehen werden. Deshalb könne der Fleischbedarf nicht durch die Aufzucht von weiteren Tieren gedeckt werden. „Das geht nur, wenn neue Produktionsverfahren entwickelt werden, um einen höheren Flächenertrag bei der Futterproduktion und gleichzeitig mehr Leistung bei den Tieren zu bekommen.“, so Schwerin.
In Mecklenburg Vorpommern wurde dieses Konzept der „Turbokuh“ schon längst umgesetzt: 1991 haben 345.000 Kühe ca. 1,6 Mio. Tonnen Milch produziert, 2001 gaben nur noch 180.000 Kühe 1,5 Mio. Tonnen Milch.

Um die Massenproduktion an Fleisch, Milch und Eiern zu steigern, schlägt der Genetiker eine Versorgung mit hochwertigem Futter vor und einen konsequentem züchterischen Fortschritt mittels gendiagnostischer Verfahren. Dadurch würde die Nutztierzucht komplett verändert werden.
Verbraucher stehen der „Genmanipulation“ bei Nutztieren zunehmend kritisch gegenüber. Schwerin kontert mit einer Forderung nach weltweit höheren Standards: „Leistungssteigerung ohne Beachtung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Tiere wird künftig nicht mehr möglich sein.“

Anmerkung:
Die Frage drängt sich hier förmlich auf, wie das so genannte Wohlbefinden und die so genannte Gesundheit dieser manipulierten Nutztiere aussehen wird.

Referenz:
Welt.de, 17.01.2011: Forscher will von Nutztieren mehr Leistung

Niederländer basteln an künstlichem Schnitzel

Immer mehr Menschen essen Fleisch. Experten schätzen, dass heutzutage pro Jahr 230 Milliarden Kilogramm Fleisch produziert werden und dass sich die Menge bis in 40 Jahren verdoppeln könnte.
Die Massentierhaltung trägt immens zur Klimaerwärmung bei. Wissenschaftler raten deshalb, den Fleisch- und Milchkonsum drastisch zu reduzieren. Ihr Argument: Wenn die Menschen Vegetarier werden würden, könnte bis zum Jahr 2055 der landwirtschaftlich bedingte Ausstoß von Methan und Lachgas um mehr als 80 Prozent verringert werden. Das errechneten Forscher des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK) und war im Juni 2010 in welt.online.de zu lesen.
Niederländische Wissenschaftler der Universität Eindhoven versuchen auf eine labortechnische Art und Weise, das Problem der Massentierhaltung zu lösen, ohne dass man auf den Fleischkonsum zu verzichten braucht: Sie experimentieren seit einigen Jahren, um marktfähiges Fleisch biotechnisch zu erzeugen. Dieses Labor-Fleisch der Zukunft soll Tier und Umwelt schonen und den Hunger in der Welt besiegen.
Bis dieses Kunstfleisch allerdings marktreif ist, kann es noch etwa fünf bis zehn Jahre dauern. Die Tierschutzorganisation PETA begrüßt diese Forschung und setzte jetzt schon eine Prämie in Höhe von 1 Mio. Dollar aus für diejenigen, denen es gelingt, künstliches Fleisch zu konkurrenzfähigen Preisen auf den Markt zu bringen.

Referenz:
Rundschein-online.de, 26.01.2010