Australien möchte 1,2 Millionen Kamele töten

Australien zieht in Erwägung, 1,2 Millionen wilde Kamele abzuschlachten. Der Grund: Die Rülpserei der Tiere soll angeblich soviel CO2 ausstoßen wie 300.000 Autos. Das australische Parlament mit seinen Parteien steht hinter diesem Vorschlag und möchte diesen Plan in den nächsten Tagen schon verabschieden.

Für jedes getötete Tier soll ein CO2-Zertifikat ausgegeben werden. Der Wert eines getötetes Tieres beträgt ca. 70 australische Dollar, das sind ca. 50 Euro. Mark Dreyfus, der zuständige Staatssekretär, verlautete: „Die Zertifikate könnten im In- und Ausland an Firmen verkauft werden, die Verschmutzungsrechte brauchen.“


Kommentar:
Der Schwarze Peter bezüglich der hohen CO2-Werte in Australien soll jetzt den Kamelen zugeschoben werden. Außerdem lässt sich damit doch ein stattliches Sümmchen verdienen: Umgerechnet 50 Euro Kopfgeld für 1,2 Millonen Kamele sind immerhin 60 Millionen Euro! Dieses Vorhaben ist einfach nur pervers.

Mittlerweile müsste doch auch in Australien bekannt sein, dass der weltweite Fleischkonsum zu einem Drittel der CO2 Emissionen beträgt. Und in Punkto Fleischverzehr stehen die Australier nach Angaben der FAO 2007 mit einem durchschnittlichen jährlichen Kopfverbrauch von 122,70 kg gemeinsam mit den USA (122,79 kg) an der weltweiten Spitze.

Zum Vergleich: Der Deutsche verzehrte 2007 jährlich 87,88 kg Fleisch (FAO 2007) – bei einer damaligen Einwohnerzahl von 82,3 Millionen sind das hochgerechnet über 7,2 Millionen Tonnen Fleisch.

Die Firma Apro hat bezüglich der Einsparung von CO2-Emissionen durch minimalen Fleischverzicht ein interessantes Rechenexempel durchdacht: Wenn alle Deutschen nur einmal die Woche auf Fleisch- und Fleischprodukte verzichten würden, käme das einer von 2,3 Millionen Autos produzierten Emissionsmenge gleich.

Jetzt könnte man einmal ausrechnen, welche CO2-Emissionsmengen die Australier sparen könnten, wenn diese einmal wöchentlich in Ihrem Speiseplan eine vegetarische Mahlzeit einbauen würden: Unter Zugrundelegung der Zahlen des Jahres 2007 mit 22,3 Millionen Australiern, die jährlich durchschnittlich 122,79 kg Fleisch verzehren, kommt man auf eine Gesamtverzehrmenge von 2,7 Millionen Tonnen im Jahr.

Setzt man diese Zahl ins Verhältnis mit der deutschen jährlichen Fleischverzehrmenge von 7,2 Millionen Tonnen und der Einsparung der CO2-Emissionen von 2,3 Millionen Autos käme man auf eine Einsparung der Emissionen von 860 000 Autos, wenn die Australier einmal wöchentlich auf Ihren Braten verzichten würden.

Dieser Wert ist sicherlich nicht absolut, weil sich z.B. die Zahlen des jährlichen Fleischverzehrs auf das Jahr 2007 beziehen und in Australien auch andere Fleischsorten bevorzugt werden als in Europa. Dennoch ist dieser Vergleich ein Anhaltspunkt dafür, was ein nur minimaler Verzicht einer wöchentlichen Fleischportion in Australien bewirken könnte – nämlich das Einsparen von fast dreimal soviel Emissionswerten als das Abschlachten von 1,2 Millionen Kamelen.

Referenzen:
focus.de, 09.06.2011: Klimazertifikate für Abschuss rülpsender Kamele
spiegel.de/flash/flash-24056.html
australien-info.de/daten-bevoelkerung.html
klimawandel.de, 11.02.2010: Apro Kampagne: Joint the movement now – Ernährungsweise ändern, CO2 reduzieren


Vogelgrippe in Ostwestfalen

In Ostwestfalen grassiert weiterhin die Vogelgrippe. Nachdem bisher in der jetzigen Vogelgrippe-Welle 60.000 Tiere im Kreis Gütersloh aufgrund dieser Tierseuche getötet worden waren, wurden jetzt am Sonntag in einem weiteren Betrieb in Westerwiehe 4.200 Enten, Gänse und Hühner aufgrund der Vogelgrippe getötet.
Im Kreis Gütersloh werden rund 3,5 Millionen Tiere in 2.100 Stallungen gehalten!

Referenz:
Die-Glocke.de, 05.06.2011: Vogelgrippe wütet in Westerwiehe

EHEC-Erkrankungen in Deutschland: Fleisch verdächtiger als Gemüse

Seit Tagen stehen Gurken, Tomaten und Salat im Verdacht, Überträger des EHEC-Erregers zu sein, jenem Bakterium, an dem in Deutschland mittlerweile schon 18 Leute gestorben sind.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hält hingegen Fleischprodukte als mögliche Infektionsquelle für wahrscheinlicher. Donato Greco, WHO-Experte äußerte sich in der Italienischen Zeitung «La Repubblica», wie folgt: „Der Erreger ist üblicherweise im Darm von Rindern zu finden und damit auch in rohem Fleisch wie Tatar oder schlecht gekochten Hamburgern.“ Er sagte, dass er noch nie derart gefährliche Darmkeime auf Obst und Gemüse festgestellt habe.

Der WHO-Experte erwägt, dass die übliche Zusetzung von Antibiotika im Tierfutter im Zusammenhang mit der Verbreitung des EHEC-Erregers stehen könnte. Antibiotika habe die Bakterienstämme zusätzlich resistent gemacht.

Auch italienische Wissenschaftler, die der Sache auf den Grund gingen, kommen zu dem Testergebnis, dass Gemüse als Quelle des EHEC-Erregers auzuschließen ist.

Kommentar:
In Bezug auf Tiere gibt es kein Pardon: Sie werden gemästet, gequält, mit Medikamenten vollgepumpt, unter erbärmlichen Umständen gehalten und geschlachtet. Tritt in Deutschland dann einmal eine Viursinfektion oder ein Bakterium auf, das im Zusammenhang mit der Massentierhaltung steht, und es sterben ein paar Menschen (siehe EHEC-Erreger), ist das Gejammer groß. Es folgen aber von Seiten der Verbraucher keine Konsequenzen. Warten wir es mal ab, bis die nächste Seuche ausbricht!

Referenz:
stern.de, 04.06.2011: EHEC-Erreger- Darmbakterium verbreitet sich in Deutschland.