Hasenfleisch mit Blei vergiftet

Das mag für so manchen, der gerne Wild isst, ein besonderer Dorn im Auge sein: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat vor einigen Wochen davor gewarnt, Wild zu essen, das mit Bleikugeln erlegt wurde. Insbesondere Schwangere, Kinder und Frauen sollten von dieser Art des Fleischgenusses Abstand nehmen.

Blei ist ein starkes Nervengift, das bei Kindern schon in geringen Konzentrationen die Intelligenz beeinträchtigen kann. Eine Bleibelastung kann zu Verhaltensauffälligkeiten führen, zu einer Veränderung der Blutbildung, zu Nierenschäden, zu Fortpflanzungsstörungen etc.

Jetzt wurde bekannt, dass in Deutschland 800 Kilogramm mit Blei verseuchtes Hasenfleisch in den Handel gebracht wurden. Ein ausgewachsener Wildhase wiegt durchschnittlich etwa vier bis sechs Kilogramm; es dürfte sich demnach um ca. 130 bis 200 totgeschossene Tiere handeln. Der Umlauf von weiteren 300 Kilogramm Hasenfleisch aus Österreich konnte gestoppt werden, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Bei dem Fleisch wurde ein um das 700fache überschrittener Grenzwert festgestellt.

Referenz:
augsburger-allgemeine.de, 28.10.2011: 800 Kilo bleiverseuchtes Hasenfleisch im Handel

Kommentar:
Dass die  Bleigeschosse das erlegte Wild mit Blei kontaminieren und ungenießbar machen, ist im Übrigen schon seit Jahren bekannt.
Aber zurück zur Hasenjagd: Dumm gelaufen – was haben sich die Jäger dabei nur gedacht? Blei ist, wie gesagt, ein starkes Nervengift, das die Intelligenz in gefährlicher Weise zu beeinträchtigen vermag…

MRSA-Erreger auf Geflügel

Wer gerne Geflügel ißt, sollte nicht zimperlich sein: Auf Geflügelfleisch tummeln sich bevorzugt multiresistente Keime. Das haben Recherchen der Redaktion REPORT Mainz ergeben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung, das bundesweite Studien durchführte, untersuchte 2.500 Fleischproben aus dem Einzelhandel und stellte eine enorme Belastung mit MRSA-Erregern (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) fest: Schweinefleisch mit 15,8  Prozent, Putenproben mit 42,2 Prozent und Hähnchenfleischproben mit 22,3 Prozent.

Insbesondere Geflügel ist mit antibiotikaresistenten Keimen belastet.
Dr. Bernhard-Alois Tenhagen vom BfR  sieht das mit großen Sorgen: „Das ist sicherlich ein gravierendes Problem für den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Wenn diese Erreger resistent sind gegen ein oder mehrere Antibiotika, dann schränkt das natürlich die Möglichkeit der Ärzte, die Menschen, die infiziert sind, zu behandeln, deutlich ein. Und das ist dann schon ein erhebliches Problem.“

Wer dieses Geflügel anfasst oder mit dem Auftauwasser in Kontakt kommt, kann, wenn er beispielsweise nur minimale Verletzungen hat, mit dem Keim infiziert werden und eine Hautweichgewebeinfektion oder eine Blutvergiftung erleiden.

Die Verwendung eines hohen Antibiotikaeinsatzes in der Tiermast bringt diese multiresistenten Keime hervor.

Obwohl diese Zusammenhänge bekannt sind, werden in der Geflügelmast von  staatlicher Seite aus keinerlei Kontrollen über die Einsatzmenge von Antibiotika durchgeführt.

Referenz:
SWR.de, Report Mainz, 20.09.2011: Gefährliches Geflügel