Weihnachtsgans soll nicht durch Vogelgrippe belastet werden

Seit November 2014 grassiert wieder einmal auf verschieden Geflügelfarmen Deutschlands, den Niederlanden und Italien die Vogelgrippe – Influenzavirus vom Subtyp H5N8. Mehr als 30.000 Mastputen auf einer Putenfarm in Vorpommern wurden aufgrund des gefährlichen H5N8-Virus getötet. In einem Betrieb in Niedersachsen wurden 20.000 Vögel vorsorglich aus dem Verkehr gezogen. Auf einer Entenfarm im Emsland mussten 10.000 Enten vorzeitig ihr Leben lassen. In verschiedenen deutschen Regionen herrscht absolute Stallpflicht für Geflügel.

Für viele Weihnachts-Fans kommt während der Festtage Geflügel, wie Gans, Pute, Ente etc. auf den Tisch. Verbraucher haben Angst, dass an Weihnachten ein „H5N8-Vogel“ auf ihrem Teller landet. Also musste eine Eilverordnung des Bundeslandwirtschaftsministers her. Ab 23.12.2014 müssen Enten und Gänse hinsichtlich eines Vogelgrippe-Virus getestet werden, bevor sie geschlachtet werden. Die Verordnung soll bundesweit bis 31.03.2014 gelten.

Die Vogelgrippe – jetzt, kurz vor Weihnachten – das passt so gar nicht ins weihnachtliche Weltbild und schadet sicherlich den Kassen der Geflügelzüchter und anderer Betroffener der Fleischwirtschaft enorm. Grund genug also, die Menschen  behördlicherseits schleunigst zu beruhigen. Das Friedrich-Loeffler-Institut, eine Bundesoberbehörde des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gab am 19.12.2014 eine Pressemitteilung bekannt mit der Überschrift: „Vogelgrippe: Virusübertragung (H5N8) durch den Verzehr von Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten unwahrscheinlich“. Gleichzeitig musste die Bundesbehörde aber zugeben, dass eine Übertragung des Erregers (H5N8) über Lebensmittel theoretisch denkbar wäre.

Um eine mögliche Infektion in der Küche zu vermeiden, gibt sie deshalb auch brauchbare Tipps über das Handling von Geflügelfleisch, wie rohe Geflügelprodukte und andere Lebensmittel getrennt lagern und zubereiten; Arbeitsmaterialien, die mit dem Geflügelfleisch in Berührung kommen, mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen; Hände waschen; Geflügel mindestens 70 Grad und 2 Minuten garen usw. – Sicherheitsmaßnahmen, die teilweise schon fast labortauglich sind, um mögliche Risiken vor ansteckenden Erregern zu minimieren. Dumme Frage: Reden wir hier eigentlich noch von einem essbaren Lebensmittel?

Referenzen:

  • bfr.bund.de; 19.12.2014:  Vogelgrippe: Virusübertragung (H5N8) durch den Verzehr von Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten unwahrscheinlich
  • emderzeitung.de, 20.12.2014: Zweiter Vogelgrippefall in Niedersachsen
  • ndr.de, 23.12.2014: Vogelgrippe: Ab heute verpflichtende Tests

 

Berufsverbot für Schweinebaron – Verstöße gegen Tierschutzrecht

Einer der größten Schweineproduzenten Europas steht derzeit am Pranger: Der Landkreis Jerichower Land im Bundesland Sachsen-Anhalt hat dem „Schweinebaron“ Adrianus Straathof das Halten von Schweinen untersagt: Ihm werden Verstöße gegen Tierhaltungsbedingungen vorgeworfen.

Das Verwaltungsgericht Magedeburg hat das Tierhaltungsverbot gegen den Schweinzüchter Straathof in erster Instanz bestätigt. Das Verwaltungsgericht begründet die Entscheidung, weil bei zahlreichen Tierschutzkontrollen in den Schweinezuchtanlagen immer wieder schwerwiegende Mängel bei der Versorgung, Unterbringung und Pflege der in der Anlage gehaltenen Schweine festgestellt worden waren.

Wie der Stern berichtet, untersuchte die Staatsanwaltschaft Stendal im März 2014 die Schweinezuchtanlage Gladau bei Genthin hinsichtlich Verstöße. Involviert in diese Aktion waren etwa 60 Personen: Kriminalpolizei, Zeugen und Tierärzte. Diese konnten die Verstöße u.a. mit Fotos und Videomaterial dokumentieren.

Straathof soll in seinen Betrieben Ferkel unnötig und unsachgemäß getötet haben. Es ist die Rede von nicht versorgten Verletzungen und unnötigen Antibiotikagaben und von Missständen in der Wasserversorgung. Amtstierärzte berichten von „Qualzucht“.

Das Tierhaltungsverbot des Landkreises Jerichower Land wurde für Straathof persönlich ausgesprochen und gilt sofort. Seine Firmen als juristische Personen sind derzeit nicht betroffen.

Zwar hat Straathof gegen den gerichtlichen Bescheid Widerspruch eingelegt, dennoch: Das Verbot gilt für ihn persönlich, bist das Gericht neu entschieden hat. Nach Presseberichten tritt Straathof bis zur gerichtlichen Klärung der erhobenen Vorwürfe als Geschäftsführer seiner Unternehmen zurück.

Straathof hat nach eigenen Angaben 25 Standorte, wo Schweine gezüchtet werden. Allein in Deutschland produziert er jährlich 1,5 Mio. Ferkel. Es bleibt zu hoffen, dass das Tierhaltungsverbot auf alle Betriebe Einfluss nimmt, wo er in der Geschäftsführung ist oder als Eigentümer in der Tierhaltung mitwirkt.

Referenzen:
stern, 15.12.2014: Gericht bestätigt Verbot der Tierhaltung gegen Straathof
stern, 10.12.2014: Erste Behörde macht Schluss mit der Sauerei
landwirt.com, Haltungsverbot gegen Schweine-Riese Straathof

Was wir tun können:

Solche Menschen wie Straathof können bestehen, weil allzu lange Zeit nur zu gerne weggeschaut wird und letzten Endes auch andere von dem „produzierten“ Billigfleisch profitieren.

Wir können wichtige Firmen der Fleisch- und Lebensmittelindustrie kontaktieren und kritisch fragen, ob sie auch Fleischwaren der Straathof-Betriebe anbieten oder verarbeiten.

Interessant wäre auch zu wissen, ob und welche eigene Kontrollmaßnahmen durchgeführt werden, dass zukünftige derartige Tierschutzverstöße vermieden werden können. Und ob das überhaupt in ihrer Firma Thema ist.

Nach welchen Kriterien wird das Fleischprodukt ausgewählt?

Solche oder andere Fragen könnte man mit ähnlicher Formulierung einmal stellen.

Das könnte ein Signal für die Händler sein, so dass sie ihre Zusammenarbeit mit entsprechenden Firmen, die auf Tierschutz keinen Wert legen, einmal gründlich überdenken können.

Hier einige E-Mail-Adressen:

info@westfleisch.de, info@vogler-fleisch.de, info@vionfood.com, info@toennies.de, info@d-s-wurst.de, presse@rewe-group.com, kontakt@penny.de, info@minden.edeka.de, info@netto-online.de, info@coop.de, nordfrische-center@edeka.de, moin@ruegenwalder.de, info.de@bellfoodgroup.com, marketing@doellinghareico.de, meica@meica.de, info@marten.de, Kontakt@metro24.de, info@real.de, kontakt@lidl.de, mail@aldi-sued.de, mail@aldi-nord.de, info@goldschmaus.de, info@boeklunder.de, info@herta.de, info@wiltmann.de, info@kemper-nortrup.de, reinert@reinert.de, info@houdek.eu, info@metten.net , info@stockmeyer.de, info@combi.buenting.de

(Adressen von tierrechte.de)

 

Vegan, schlank und gesund

Immer mehr Übergewichtige in Deutschland

In Deutschland sind etwa 64 Prozent der Männer und 49 Prozent der Frauen übergewichtig. Bis zum Jahr 2030 erwarten Forscher einen massiven Anstieg der Anzahl der fettleibigen Personen.

Wissenschaftler des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels ermittelten, wie sich die Zahlen in Bezug auf Übergewicht bis zum Jahr 2030 voraussichtlich entwickeln werden.

Hierzu konzentrierten sie sich auf den Kreis der über 50-Jährigen und führten bei verschiedenen Szenarien ihre Statistiken durch. Zuerst ermittelten die Forscher, wie sich die Übergewichtszahlen zwischen den Jahren 1999 und 2009 verändert hatten.

Auf dieser Grundlage prognostizierten Sie den Anstieg an adipösen Senioren bis zum Jahr 2030: Wenn sich der Anstieg bis zum Jahr 2030 im gleichen Tempo wie in der Zeit von 1999 bis 2009 fortsetzt, wird die Zahl der Adipösen um 80 Prozent steigen. Sollte sich der Anstieg allerdings verlangsamen, z.B. um 75 Prozent, wird die Zahl der Adipösen, im Vergleich zum Jahr 2009, immer noch um 30 Prozent zunehmen.

Mit dieser Prognose wird es voraussichtlich noch mehr übergewichtsbedingte Erkrankungen geben, wie z.B. Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolisches Syndrom etc.

Die beste Diätform um abzunehmen: vegan

Weltweit gilt jeder Dritte als übergewichtig. Kein Wunder, dass natürlich immer wieder verschiedene Diätformen untersucht werden, um herauszufinden, welche am effektivsten ist, um abzunehmen.

So durchleuchteten Wissenschaftler der University of South Carolina verschiedene fettarme Ditätformen mit einem niedrigen glykämischen Index, um herauszufinden, welche hinsichtlich einer Gewichtsreduktion die Sinnvollste ist. Die Probanden ernährten sich entweder vegan, vegetarisch, pesco-vegetarisch (vegetarisch inklusiv Fischmahlzeiten), semi-vegetarisch (starke Einschränkung von Fleisch und Fisch) oder aßen Mischkost.

Dabei schnitten die Veganer nach einer Beobachtungszeit von 6 Monaten am besten ab: Die Veganer erzielten nicht nur die größte Gewichtsreduktion, sondern hatten auch die günstigsten Blutfettwerte.

Eigentlich hatten die Autoren der Studie dies nicht erwartet. Ihre Vermutung war gewesen, dass die Pesco-Vegetarier, also die Vegetarier, die zusätzlich noch Fisch essen, am meisten Gewicht verlieren würden. Jetzt müssen die Wissenschaftler zugeben, dass nur der völlige Verzicht aller tierischen Produkte zu diesem positiven Ergebnis geführt hat.

 

Referenzen:

  • spiegel.de, 29.05.2014: Studie zu Übergewicht: Jeder zweite Deutsche ist zu dick
  • spiegel.de, 19.07.2014: Übergewicht in Deutschland: Zahl der Fettleibigen soll bis 2030 dramatisch steigen
  • sciencedaily.com, 06.11.2014: Vegan diet best for weight loss even with carbohydrate consumption, study finds