Umweltbundesamt fordert höhere Steuern für Fleisch

Deutschland exportiert immer mehr Fleisch ins Ausland
Das Umweltbundesamt hat jetzt eine Broschüre veröffentlicht, die den Einfluss des Konsumverhaltens in Bezug auf die Umweltbelastungen aufzeigt. Die Daten beruhen weitgehend auf Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. Erfasst werden derzeit Treibhausgasemissionen, Energie-, Flächen- und Wasserverbrauch.
Der Datenlage zeigt auf, dass insbesondere nichtsaisonale Produkte und vor allem der Fleischkonsum, das Klima und die Umwelt enorm belasten. Auch das Wegwerfverhalten der Deutschen wird angeprangert. Die Produktion und der Konsum von Nahrungsmitteln in Deutschland sollen für 30 Prozent aller Umweltemissionen wie Kohlendioxid- und Methanemissionen verantwortlich sein.

Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Unsere Klimaschutzziele werden wir nur erreichen, wenn wir auch über unser Konsumverhalten nachdenken. Das macht auch vor liebgewonnenen Gewohnheiten nicht halt: Die Produktion tierischer Produkte, allen voran Fleisch, belastet die Umwelt in hohem Maße – durch Ressourcen- und Flächenverbrauch, aber auch Nitratbelastung von Böden und Gewässern und hohe Treibhausgasemissionen. Die gute Nachricht: Wer einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchte, hat durch eine bewusste Ernährung gute Möglichkeiten.“

Obwohl in Deutschland der Fleischverzehr tendenziell weniger wird (im Jahr 2000 noch 2,8 Mio. Tonnen, im Jahr 2013 nur noch 2,6 Mio. Tonnen), wird nicht weniger Fleisch produziert – das Gegenteil ist der Fall. Die Deutschen mästen nicht nur für das eigene Land, sondern auch für den Export, und zwar ca. 3 Mio. Tonnen im Jahr 2013. Im Jahr 2000 waren es noch 0,8 Mio. Tonnen.

Für die Umwelt bedeutet die Fleischindustrie eine enorme Belastung: Die Produktion von einem Kilo Rindfleisch bedingt sieben bis 28 kg Treibhausgasemissionen. Die Produktion von Obst und Gemüse liegt im Vergleich dazu bei weniger als einem Kilo Treibhausgasemissionen. Der massenhafte Anbau für Tierfutter wie Soja, z.B. in Südamerika, zerstört zudem immer mehr den Regenwald, der als Anbaufläche benötigt wird. Aufgrund des enormen Zuwachses der Fleischproduktion ist es nicht verwunderlich, dass auch mehr Futter importiert wird. Der Futtermittelimport stieg vom Jahr 2000 bis 2013 um fast 39 Prozent, während die inländischen Futtermittelanbauer 12,5 Prozent weniger umgesetzt haben.

Das Umweltbundesamt möchte, dass die Bundesregierung national als Vorreiter bei der Transformation des Ernährungssystems fungiert und spricht die Empfehlung aus, den Verbrauch tierischer Produkte, insbesondere Fleisch, zu reduzieren, ebenso auch die Verschwendung von Nahrungsmitteln.

„Eine ökologische, klimagerechte Ernährung soll durch ökonomische und steuerliche Instrumente privilegiert werden“ so die Empfehlung.
Anders ausgedrückt: Umwelt- und klimaschädliche Produkte und Verfahren sollten entsprechend versteuert werden.

Referenzen:

  • Agrarheute.de, 10.12.2015: Umweltbundesamt empfiehlt ‚Klimasteuer‘ auf Fleisch
  • umweltbundesamt, 08.12.2015: Ernährung der Deutschen belastet das Klima

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