Appell der Grünen und der SPD sowie von Umweltschützern: Esst weniger Fleisch

Der Deutsche isst jährlich durchschnittlich 80 kg Fleisch – eine Menge, die ökologisch keineswegs vertretbar ist. Denn, wenn alle Menschen so viel Fleisch essen würden, bräuchte man einen zweiten Planeten. Dies ist die Meinung der Sprecherin der Grünen für Tierschutz und Verbraucherpolitik, Nicole Maisch.

Sie prangert zudem die Dumpingpreise für Fleisch und die Exzesse der Massentierhaltung an und fordert eine schärfere Gesetzeslage für die Tierhaltung. Die Preise für Fleischprodukte müssten angepasst werden und die soziale und ökologische Wirklichkeit widerspiegeln. Maisch hält den Preis von 3,40 Euro für ein Kilo Hackfleisch für pervers.

Die Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Christina Jantz, fordert einen „Mix aus gesetzlichen Maßnahmen“: Die Haltungsbedingungen der Tiere sollten verbessert, der Wandel der Landwirtschaft unterstützt werden.

Allerdings hält Jantz es nicht für nötig, den derzeitig ermäßigten Mehrwertsteuersatz in Höhe von 7 Prozent für Fleisch zu känseln und auf 19 Prozent zu erhöhen. Das fordern nämlich Umweltschützer.

Auch die Referentin für Welternährung bei Oxfam, Marita Wiggerthale spricht sich gegen die derzeitige Massentierhaltung aus: „Nicht nur aus Gründen des Tierschutzes, sondern auch, weil die Fleischproduktion viel Land frisst und in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.“ Nur wenn in den Wohlstandsländern weniger Fleisch gegessen wird, können in Zukunft alle Menschen auf der Welt ernährt werden.

Der Sprecher der Grünen Jugend Moritz Heuberger fordert ebenfalls höhere Standards in der Tierhaltung. Die artgerechte Tierhaltung von Bio-Höfen sollten zum gesetzlichen Standard werden. „Die heutigen Tierfabriken sind eine Qual für Tiere und eine Belastung für die Umwelt – vom Geschmack des Fleisches gar nicht zu reden.“ – so Moritz.

Die hohe Fleischproduktion ist unweigerlich mit einer enorm hohen Gülleausbringung verbunden und damit mit einer Abnahme der Wasserqualität, mit einem Stickstoffüberschuss und einer Verschlechterung der Böden. Die Fleischproduktion fördert die Ausbringung von Treibhausgasen, bedingt einen hohen Sojabedarf für Futter und einer damit einhergehenden Zerstörung des Regenwaldes. Der Umweltverband WWF postuliert die Einführung einer Sonderabgabe für Landwirte – der sogenannten Gülle-Euros.

Laut Frankfurter Allgemeine übersteigt in Deutschland der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch jährlich den Welt-Durchschnitt um das Doppelte und den Indiens sogar um das 20-fache.

Referenz:
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/deutsche-sollen-weniger-fleisch-essen-14060310.html