Dänische Regierung lehnt Wal-Abschlachtung nicht ab

Nachdem ich der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin darum gebeten hatte, sich bezüglich des alljährlichen Wal-Massakers auf den Färöer-Inseln einzuschalten, bekam ich postwendend prompt ein Schreiben zugesand. Leider wurde in keinster Weise auf mein Anliegen eingegangen, ganz im Gegenteil!

Hier mal mein Schreiben:

Dänische Regierung scheint Wal-Massacker auf en Färöer-Inseln zu befürworten

Und diesen nicht unterschriebene „Standardwisch“ wurde mir von der Königlichen Dänischen Botschaft daraufhin geschickt:

Dänische Botschaft steht Wal-Abschlachtung positiv gegenüber
Dänische Botschaft hält alljährliche Wal-Abschlachtung auf den Färöer-Inseln für Tierschutz

Möge sich jeder seine eigenen Gedanken über so eine Unverfrohrenheit machen…

Grausames Wal-Gemetzel auf den Färöer-Inseln

Auf den Färöer-Inseln wird Jahr für Jahr eine grausame Tradition gepflegt: das bestialische Abschlachten von Walen und Delfinen. Die Färöer-Inselen gehören zu Dänemark. Die Inselgruppe befindet sich im Nordatlantik zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island.

Die Meeressäuger werden mit modernen Motorboten in die Buchten getrieben, wo den Tieren nichts anderes übrig bleibt, als zu stranden. Und hier wird dann das Massaker vollzogen:  Den Meeressäugern werden in die Blaslöcher Metallhaken gestoßen, das Rückgrad durchgeschnitten – die Tiere verbluten langsam, ein grauenvoller Tod. Das Wasser färbt sich rot, manche Wale schwimmen stundenlang im Blut ihrer Angehörigen, bis sie selbst der grausame Tod ereilt. Tausende von Grindwalen, Schnabelwalen sowie Delfinen werden so jedes Jahr hingemetzelt.

Eigentlich ist das Töten von Walen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, zu denen auch Dänemark gehört, verboten. Die Färöer-Inseln  müssen sich aber nicht dem Walfangverbot unterwerfen, da sie nicht Mitglied der Europäischen Union sind. Die Färöer sind eine „gleichberechtigte Nation“ innerhalb des Königreichs Dänemark. Die Bewohner der Färöer-Inseln sehen sich als Nachfahren der Wikinger und als eigenständiges Volk, nicht als Dänen.

Was können wir tun?

1. Protestschreiben

Peta ruft auf, gegen die blutigen Walabschlachtungen auf den Färöer-Inseln zu protestieren, und zwar bei der dänischen Botschaft in Deutschland, der dänischen Regierung sowie beim Premierminister der Färöer-Inseln.

  • Fordern Sie das sofortige Ende der blutigen Massenabschlachtungen auf den Färöer-Inseln!
  • Dänemark soll seinen Einfluss durchsetzen und den Walfang auch auf den Färöer-Inseln verbieten.

Richten Sie Ihren Protest an:

Königlich Dänische Botschaft
Botschafter Per Poulsen-Hansen
Rauchstraße 1
10787 Berlin
Deutschland
Tel.: +49 (30) 5050 2000
Fax: +49 (30) 5050 2050

***

Løgmansskrivstovan, Prime Minister’s Office
Kaj Leo Johannesen
Tinganes, Postrúm 64
110 Tórshavn
Faroe Islands
Tel.: +298 306000
Fax: +298 306015

***

Statsministeriet, The Prime Minister’s Office
Prime Minister Helle Thorning-Schmidt
Christiansborg, Prins Jørgens Gård 11
1218 Copenhagen K
Denmark
Tel.: +45 33 92 33 00
Fax: +45 33 11 16 65

2. Spenden

Wale vor Todesbuchten mit Geräten fernhalten

ProWal ist eine Tierschutzorganisation, die jetzt im Frühjahr 2013 vor Ort Maßnahmen ergreifen möchte, damit die Grindwale gar nicht erst in die Buchten kommen. Bei einer Vergrämeraktion sollen so genannte Pinger eingesetzt werden, um die Wale vor den Schlachtbuchten fernzuhalten. Geplant sind 300 Pinger, die natürlich finanziert werden müssen. Das ist in der Tat eine große Sache; ProWal freut sich über jede Pingerpatenschaft zu je 40 Euro.

Weitere Infos und Kontoverbindungen:
http://www.walschutzaktionen.de/1807501.html

Referenzen:
peta.de: Protestieren Sie gegen die blutigen Walabschlachtungen auf den Färöer-Inseln
wikipedio.org: Färöer

Delphinblut in Dosenthunfisch

Wer gerne Fisch isst und sein Gewissen beruhigen möchte, greift bevorzugt zu Seefisch, der mit einem Ökolabel gekennzeichnet ist. Insbesondere beim Thunfisch, der als Speisefisch sehr beliebt und in unseren Weltmeeren bald ausgerottet ist, beruhigt sich der Verbraucher, wenn auf der Verpackung steht, dass der gefangene Thunfisch als ökologisch unbedenklich eingestuft wird.

Ein solches Label wurde vom WWF für Dosenthunfisch der Lebensmittelkette EDEKA vergeben, allerdings machte die Gesellschaft zur Rettung der Delphine eine ernüchternde Entdeckung: Sie fand im Dosenthunfisch Delphinblut. EDEKA, die den Fisch mit den Werbeslogans „für einen transparenten Einkauf mit gutem Gewissen“ und „wenig Beifang und bestanderhaltend“ anbietet, kommt dadurch ziemlich in die Predouille. Ulrike Kirsch, Leiterin des Safe-Thunfischkontrollprogramms der GRD ist empört: „EDEKA und WWF machen sich mitschuldig am grausamen Beifangtod unzähliger Delphine.“ Der Thunfisch soll in Wahrheit von skrupellosen Piraten der Firma „Seatech International“ aus Kolumbien stammen. „Hier wurden und werden Delphine ganz gezielt gequält und getötet“, so Ulrike Kirsch. „Das hat nichts mit selektivem Fischfang zu tun, wie auf den Dosen behauptet wird.“ An die 1.300 Delphine sollen im Jahr 2009 den Fischpiraten zum Opfer gefallen sein – die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher sein.

„Während die Menschen in den USA vor diesem Lebensmittel per Gesetz geschützt sind, wird deutschen Verbraucherinnen und Verbrauchern unter Vortäuschung falscher Tatsachen eine minderwertige, mit brutaler Tierquälerei und dem Tod unzähliger Delphine erkaufte Ware untergeschoben“, beklagt sich GRD-Biologe Ulrich Karlowski. Die GRD rät dringend vor dem Kauf dieses EDEKA-Delphinkiller-Thunfisches ab und spricht von einer moralisch verwerflichen Verbrauchertäuschung.

Kommentar:
Der Thunfisch ist einer der edelsten Fische der Ozeane, er ist der König der Meere, und sollte überhaupt nicht gefischt werden – nicht nur wegen des grausamen Beifangs. Aufgrund der unermesslich gierigen Nachfrage ist der Thunfisch bald ausgerottet. Experten haben jetzt schon das Aus für den Thunfisch im Mittelmeer bis nächstes Jahr (2012) vorausgesagt.

Referenz:
www.delphinschutz.de, 06.07.2011

Trotz Leerfischung soll weiterhin Fisch gegessen werden

„Meer und Flüsse leergefischt“, das war die Überschrift eines Artikels in Focus-online vom 27.04.2011. Ab diesem Datum gibt es nämlich in Deutschland keinen einheimischen Fisch mehr in der Ladentheke zu kaufen. Grund: Die unermessliche Gier der Deutschen nach Fisch. Seit Jahresbeginn haben die Deutschen den ganzen Fischbestand bereits verzehrt.
Um so verwunderlicher ist es, dass Focus online wenige Tage zuvor, nämlich zu Ostern, die Menschen zum Fischverzehr geradezu aufgerufen hat. Unter dem Titel „Gesund mit Abstrichen“ wird den Verbrauchern geraten, nicht nur am Karfreitag Fisch zu essen. Die gesundheitlichen Aspekte des Fischverzehrs werden von allen Seiten beleuchtet.
Geht uns denn unsere Gesundheit über alles? Rechtfertigt unsere Gesundheit und unsere Genusssucht die bedingungslose Ausbeutung der Erde? Fisch ist bekanntlich nicht nur in Deutschland knapp, unsere Meere stehen aufgrund der weltweiten Überfischung kurz vor dem Kollaps.
Ist es nicht ein unermesslicher Frevel, dass so genannte Christen aus Tradition am Karfreitag zum Fischverzehr aufzurufen? Gerade an dem Tag, and dem die Christen des Leidensweges des Erlösers und dessen Kreuzigung gedenken. Hätte dieser Erlöser in der heutigen Zeit wirklich zum Fischverzehr aufgerufen und die Menschen ermuntert, weiterhin die Erde auszubeuten?

Großes Fischesterben im Mittelmeer

Es ist unglaublich: In fast jeder zweiten Illustrierten wird den Lesern empfohlen, mindestens zweimal wöchentlich Fisch auf den Tisch zu bringen, weil er gesund sei. Die Tatsache, dass wir gerade dabei sind, die Spezies Fisch auf unserem Planeten auszurotten, spielt dabei keine Rolle.
Wissenschaftler rechnen jetzt schon damit, dass in wenigen Jahren, nämlich bis zum Jahr 2050, die Meere leergefischt sind.  Die Folgen für unser Ökosystem sind überhaupt noch gar nicht abzusehen. Unsere armen Kinder – aber völlig egal: Hauptsache uns mundet der Fisch auf dem Teller.

Einer Studie der Umweltschutzorganisation IUCN zufolge werden in den nächsten Jahren 40 Fischarten im Mittelmeer ausgerottet sein. Schuld daran sind Umweltverschmutzung, veränderte Lebensräume und unsere unermesslich Gier nach Fisch. Besonders arg geht es dem Hai, dem Rochen, mindestens 12 Knochenfischarten, zu dem auch der Thunfisch gehört, dem Braunen Zackenbarsch, dem Europäischen Wolfsbarsch und dem Seehecht.

Der Thunfisch ist besonders betroffen. „Der Bestand an Großem Thunfisch im Mittelmeer und im Ostatlantik macht dabei besondere Sorge. Es gibt bereits einen 50-prozentigen Rückgang des Fortpflanzungspotentials über die vergangenen 40 Jahre, vor allem durch Überfischung.“ Diese Warnung sprach Kent Carpenter aus, der Meeresfisch-Spezialist der Umweltschutzorganisation IUCN.

Referenz:
news.de, 19.04.2011

Pangasiusindustrie grausam und extrem umweltschädlich – WWF und ARD decken auf

Wer gerne Fisch isst, aber umweltbewusst leben möchte, greift gerne in den Regalen zu Fischen, die in Aquakulturen herangezüchtet wurden und wähnt sich damit auf der sicheren Seite. Der Zuchtfisch soll der Ausbeutung der Meere entgegenwirken. Ein Kamerateam der ARD und eine Fischexpertin des WWF wollten dem nachgehen und haben in Deutschland, aber auch in einem Produktionsland, recherchiert. Die eindrucksvolle Reportage wurde im März 2011 in ARD extra ausgestrahlt, die wichtigsten Fakten hier noch einmal zusammengefasst:

In den meisten deutschen Supermärkten findet man, appetitlich verpackt, im Kühlregal auch den begehrten Pangasius-Fisch unterschiedlicher Firmen. Einige der Produkte sollen sogar aus Wildbestand kommen. „…kommt aus den schnellfließenden Gewässern des Mekongdeltas“, steht auf einer Verpackung. Catherine Zucco, Umweltschützerin vom WWF, kennt den Trick. Der Pangasius wird eigentlich in Fischfarmen gezüchtet. Verpackungen mit aufgedruckten Fischkuttern sollen suggerieren, dass die Fische aus makellosen Wildbestand kommen. Möchte man auf den Verpackungen anhand der Barcodes den Hersteller zurückverfolgen, kommt man lediglich zu Verpackstationen in Holland, Dänemark oder Deutschland.

Alles ist ziemlich undurchsichtig. Der Verbraucher weiß eigentlich nicht, woher sein Fisch kommt und wie er entsteht. Catherine Zucco konfrontiert mit diesem Problem einen Mitarbeiter des Bundesverbandes der Deutschen Fischindustrie, Dr. Matthias Keller. Er begründet die fehlenden Informationen auf der Verpackung damit, dass die Verbraucher mit einer Vielzahl von Informationen, die heute schon auf der Verpackung sind, absolut einverstanden wären. Der Verbraucher möchte schließlich ein schmackhaftes, preiswertes Produkt haben, das von der Aufmachung her in Ordnung ist, alle weiteren Details wie Zwischenhändler, Zuchtfarm etc. seien momentan nicht gefragt.

Der WWF möchte trotzdem wissen, woher der Pangasius kommt, und recherchiert im Internet – und er wird fündig. 90 Prozent der weltweiten Pangasiusproduktion findet in Vietnam statt; der WWF entdeckt im Netz auch die wenigen Produzenten, die den Weltmarkt beliefern. Um genaue im Bilde zu sein, machen sich das ARD-Kamerateam und Catherine Zucco auf den Weg nach Vietnam, um die Firmen vor Ort zu besuchen. Aber – wen wundert´s? – die zwei größten Pangasiusproduzenten gewähren ihnen natürlich keinen Eintritt. Eine Firma drückt ihnen stattdessen ein Hochglanzprospekt in die Hand und zeigt ihnen einen entzückenden Film über den lauschigen Fischfang mit Netz im Mekong. Diesen Film soll der ARD im deutschen Fernsehen ausstrahlen. Ihnen werden Beamte von der Vietnamesischen Zensurbehörde zur Seite gestellt, die sie ständig begleiten.

Eine Bootsfahrt auf dem Mekong kann auch viel zeigen. Reihenweise findet man entlang des Mekongdeltas Farmen, die unter erbärmlichen Umständen Pangasius heranzüchten. Das Wasser wird dafür direkt aus dem Mekong entnommen, die Abwässer werden wieder in den Fluss geleitet mit all dem Dreck, der eine Fischfarm so mit sich bringt: Fischkot, Chemikalien, Krankheitserreger. Der Mekong ist zwischenzeitlich auch mit Pestiziden schwer belastet. Für die armen Anwohner dramatisch: Der Fluss ist ihre Haupttrinkquelle.

Das Team schafft es dann doch mit Hilfe eines Mittelsmannes eine Pangasiuszucht zu besuchen – eine so genannte Vorzeigefarm. Hier teilen sich nur ca. 20 Fische einen Kubikmeter. In anderen Fischfarmen wie die der Weltmarktproduzenten, zählt man bis zu 60, 80 Fische pro Quadratmeter, meint Catherine Zucco. Medikamente kommen aber auch hier zuhauf zum Einsatz: Antibiotika, Probiotika, Chemikalien etc. Antibiotika werden schon prophylaktisch ins Futter gemixt, da die Tiere aufgrund der Enge extrem krankheitsanfällig sind und der Zustand des Wassers nicht besonders gut ist.

Der Pangasius wird etwa sieben bis neun Monate gemästet, bis er getötet wird. Das Martyrium, das die Tiere dieser Farm dann erleben, sei kurz erläutert: Die Fische kommen nach dem Abfangen lebend in einen großen Korb ohne Wasser und werden zu einem Schiff transportiert. Die untersten Fische müssen einen Druck von bis zu 100 kg erleiden. Im Schiff, das ca. 20 Tonnen Fisch aufnehmen kann, werden Sie in eine Art Käfig geschüttet und zusammengepresst. In diesem noch lebenden Zustand werden Sie zur Schlachtfabrik transportiert, wo sie erst nach 24 Stunden ihren Tod finden, falls sie nicht vorher schon qualvoll verendet sind.

Die Vermarktung ist ein Milliardengeschäft: Für rund 100 Mio. Euro landet der Pengasius jährlich auf deutschen Tellern; der Deutsche verspeist jährlich 40.000 Tonnen. Der Jahresumsatz beläuft sich auf ca. 1,5 Mrd. Dollar für ca 600.000 Tonnen Pangasius.

Das Kamerateam findet heraus, dass dem Fisch während der Verarbeitung Phosphat zugefügt wird, damit er an Gewicht gewinnt. Das Zufügen von Stoffen wie Phosphat und Citronensäure scheint eine gängige Methode zu sein, wie in Deutschland Stichproben der Verbraucherzentrale ergeben haben. Durch die Zugabe dieser Stoffe wiegt der Fisch dann ca. 20 Prozent mehr. Diese Stoffe sind zwar erlaubt, müssen aber auf der Verpackung deklariert werden, was nicht immer der Fall ist.

Ein ganz anderes finsteres Kapitel deckt Zucco auf, als sie Zugang zu einer Fischmehlfabrik erhält. Sie möchte wissen, mit was der Pangasius gemästet wird. Das Team entdeckt, dass hier Tonnen von Wildbeständen aus dem Chinesischen Meer zu Fischmehl verarbeitet werden. Catherine Zucco ist geschockt: Die ganze Artenvielfalt des Meeres wird hier zu Fischmehl vermahlen, darunter viele Jungfische.

Umweltorganisationen wie Greenpeace und WWF hofften früher, dass Zuchtfisch eine gute Alternative zur Überfischung der Meere sein könnte. Heute muss man eingestehen: Fischfarmen stellen nicht nur für die Anwohner eine lebensbedrohliche Gesundheitsgefahr dar, sie treiben auch die Überfischung der Meere voran. Die weißen Fischfilets werden noch lange nicht aus den Supermarktregalen verschwinden. Ändern können nur Sie als Verbraucher etwas.

Der Film zeigt noch weitere Aspekte der Pangasiusindustrie, wie z.B. wirtschaftliche Auswirkungen für die Anwohner, nachgewiesene Rückstände im Speisefisch und auch, dass die WWF nach den Dreharbeiten von Seiten Vietnams starken Druck bekommen hat – aber das sollten Sie sich selbst angucken.

Referenz:
ARD exklusiv, 09.03.2011: Die Pangasius-Lüge