Mehr Fleisch durch Genmanipulation

Um dem weltweit steigenden Bedarf an Fleisch gerecht zu werden, sollen zukünftig gentechnisch veränderte Schweine und Rinder mit mehr Fleisch produziert werden. Der Genetiker Manfred Schwerin des Leibnitz-Instituts für Nutztierbioloige in Dummersdorf (Rostock) fordert, dass Nutztiere mehr Leistung bringen sollten, um den immer größeren Bedarf an Fleisch, Milch und Eiern zu befriedigen. Dadurch würde auch der durch die Massentierhaltung auftretende negative Klimaeffekt gedämpft werden können.

Schwerin betont auch, dass künftig nicht mehr ausreichend Flächen für die Tiere zur Verfügung stehen werden. Deshalb könne der Fleischbedarf nicht durch die Aufzucht von weiteren Tieren gedeckt werden. „Das geht nur, wenn neue Produktionsverfahren entwickelt werden, um einen höheren Flächenertrag bei der Futterproduktion und gleichzeitig mehr Leistung bei den Tieren zu bekommen.“, so Schwerin.
In Mecklenburg Vorpommern wurde dieses Konzept der „Turbokuh“ schon längst umgesetzt: 1991 haben 345.000 Kühe ca. 1,6 Mio. Tonnen Milch produziert, 2001 gaben nur noch 180.000 Kühe 1,5 Mio. Tonnen Milch.

Um die Massenproduktion an Fleisch, Milch und Eiern zu steigern, schlägt der Genetiker eine Versorgung mit hochwertigem Futter vor und einen konsequentem züchterischen Fortschritt mittels gendiagnostischer Verfahren. Dadurch würde die Nutztierzucht komplett verändert werden.
Verbraucher stehen der „Genmanipulation“ bei Nutztieren zunehmend kritisch gegenüber. Schwerin kontert mit einer Forderung nach weltweit höheren Standards: „Leistungssteigerung ohne Beachtung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Tiere wird künftig nicht mehr möglich sein.“

Anmerkung:
Die Frage drängt sich hier förmlich auf, wie das so genannte Wohlbefinden und die so genannte Gesundheit dieser manipulierten Nutztiere aussehen wird.

Referenz:
Welt.de, 17.01.2011: Forscher will von Nutztieren mehr Leistung

Niederländer basteln an künstlichem Schnitzel

Immer mehr Menschen essen Fleisch. Experten schätzen, dass heutzutage pro Jahr 230 Milliarden Kilogramm Fleisch produziert werden und dass sich die Menge bis in 40 Jahren verdoppeln könnte.
Die Massentierhaltung trägt immens zur Klimaerwärmung bei. Wissenschaftler raten deshalb, den Fleisch- und Milchkonsum drastisch zu reduzieren. Ihr Argument: Wenn die Menschen Vegetarier werden würden, könnte bis zum Jahr 2055 der landwirtschaftlich bedingte Ausstoß von Methan und Lachgas um mehr als 80 Prozent verringert werden. Das errechneten Forscher des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK) und war im Juni 2010 in welt.online.de zu lesen.
Niederländische Wissenschaftler der Universität Eindhoven versuchen auf eine labortechnische Art und Weise, das Problem der Massentierhaltung zu lösen, ohne dass man auf den Fleischkonsum zu verzichten braucht: Sie experimentieren seit einigen Jahren, um marktfähiges Fleisch biotechnisch zu erzeugen. Dieses Labor-Fleisch der Zukunft soll Tier und Umwelt schonen und den Hunger in der Welt besiegen.
Bis dieses Kunstfleisch allerdings marktreif ist, kann es noch etwa fünf bis zehn Jahre dauern. Die Tierschutzorganisation PETA begrüßt diese Forschung und setzte jetzt schon eine Prämie in Höhe von 1 Mio. Dollar aus für diejenigen, denen es gelingt, künstliches Fleisch zu konkurrenzfähigen Preisen auf den Markt zu bringen.

Referenz:
Rundschein-online.de, 26.01.2010

Britische Wissenschaftler halten Klon-Fleisch für harmlos

Die Britische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält den Verzehr von Fleisch und Milch von geklonten Tieren für unbedenklich. Das Expertengremium ACNFP betont, dass das Fleisch und die Milch von geklonten Tieren und ihren Nachkommen keine anderen Charakteristika aufweisen als entsprechend konventionell erzeugte Fleisch- und Milchprodukte. Auch wenn von Klonfleisch und Klonmilch keine Gefahr ausgehen würde, wären noch weitere Untersuchungen vonnöten.
Im Sommer 2010 wurde ein Fall in Großbritannien bekannt, bei dem bereits Klonfleisch und Klonmilch trotz EU-Verbots in die Nahrungsmittelkette gelangt sein soll.

Referenz:
Focus.de, 26.11.2010: Britische Experten halten Klonprodukte für unbedenklich