Millionen Schweine in Südkorea lebendig begraben

Weil Ende 2010 in Südkorea die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen war, wurde angeordnet, die Tiere vorsorglich zu töten. Es ist ungeheuerlich: Koreanische Tierschützer haben recherchiert und in einem Film dokumentiert, dass tausende lebendige Schweine in ein tief ausgegrabenes Loch verbracht und lebendig begraben wurden. Millionen Schweine sollen so ihren grausamen Tod erlitten haben.

Mit diesem grauenvollen Vorgehen widersprechen die Koreaner eindeutig dem koreanischen Tierschutzgesetz und den internationalen Richtlinien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE), die die koreanische Regierung unterzeichnet hat. Diese Richtlinien untersagen im Falle einer Seuchenbekämpfung das lebendige Begraben.
Wer´s nicht glaubt, dass Menschen zu so etwas fähig sind, guckt einfach mal den Film auf Bild.de an.

Referenz:
Bild.de, 14.03.2011: Millionen Schweine lebendig begraben

Film von Bild.de

Pangasiusindustrie grausam und extrem umweltschädlich – WWF und ARD decken auf

Wer gerne Fisch isst, aber umweltbewusst leben möchte, greift gerne in den Regalen zu Fischen, die in Aquakulturen herangezüchtet wurden und wähnt sich damit auf der sicheren Seite. Der Zuchtfisch soll der Ausbeutung der Meere entgegenwirken. Ein Kamerateam der ARD und eine Fischexpertin des WWF wollten dem nachgehen und haben in Deutschland, aber auch in einem Produktionsland, recherchiert. Die eindrucksvolle Reportage wurde im März 2011 in ARD extra ausgestrahlt, die wichtigsten Fakten hier noch einmal zusammengefasst:

In den meisten deutschen Supermärkten findet man, appetitlich verpackt, im Kühlregal auch den begehrten Pangasius-Fisch unterschiedlicher Firmen. Einige der Produkte sollen sogar aus Wildbestand kommen. „…kommt aus den schnellfließenden Gewässern des Mekongdeltas“, steht auf einer Verpackung. Catherine Zucco, Umweltschützerin vom WWF, kennt den Trick. Der Pangasius wird eigentlich in Fischfarmen gezüchtet. Verpackungen mit aufgedruckten Fischkuttern sollen suggerieren, dass die Fische aus makellosen Wildbestand kommen. Möchte man auf den Verpackungen anhand der Barcodes den Hersteller zurückverfolgen, kommt man lediglich zu Verpackstationen in Holland, Dänemark oder Deutschland.

Alles ist ziemlich undurchsichtig. Der Verbraucher weiß eigentlich nicht, woher sein Fisch kommt und wie er entsteht. Catherine Zucco konfrontiert mit diesem Problem einen Mitarbeiter des Bundesverbandes der Deutschen Fischindustrie, Dr. Matthias Keller. Er begründet die fehlenden Informationen auf der Verpackung damit, dass die Verbraucher mit einer Vielzahl von Informationen, die heute schon auf der Verpackung sind, absolut einverstanden wären. Der Verbraucher möchte schließlich ein schmackhaftes, preiswertes Produkt haben, das von der Aufmachung her in Ordnung ist, alle weiteren Details wie Zwischenhändler, Zuchtfarm etc. seien momentan nicht gefragt.

Der WWF möchte trotzdem wissen, woher der Pangasius kommt, und recherchiert im Internet – und er wird fündig. 90 Prozent der weltweiten Pangasiusproduktion findet in Vietnam statt; der WWF entdeckt im Netz auch die wenigen Produzenten, die den Weltmarkt beliefern. Um genaue im Bilde zu sein, machen sich das ARD-Kamerateam und Catherine Zucco auf den Weg nach Vietnam, um die Firmen vor Ort zu besuchen. Aber – wen wundert´s? – die zwei größten Pangasiusproduzenten gewähren ihnen natürlich keinen Eintritt. Eine Firma drückt ihnen stattdessen ein Hochglanzprospekt in die Hand und zeigt ihnen einen entzückenden Film über den lauschigen Fischfang mit Netz im Mekong. Diesen Film soll der ARD im deutschen Fernsehen ausstrahlen. Ihnen werden Beamte von der Vietnamesischen Zensurbehörde zur Seite gestellt, die sie ständig begleiten.

Eine Bootsfahrt auf dem Mekong kann auch viel zeigen. Reihenweise findet man entlang des Mekongdeltas Farmen, die unter erbärmlichen Umständen Pangasius heranzüchten. Das Wasser wird dafür direkt aus dem Mekong entnommen, die Abwässer werden wieder in den Fluss geleitet mit all dem Dreck, der eine Fischfarm so mit sich bringt: Fischkot, Chemikalien, Krankheitserreger. Der Mekong ist zwischenzeitlich auch mit Pestiziden schwer belastet. Für die armen Anwohner dramatisch: Der Fluss ist ihre Haupttrinkquelle.

Das Team schafft es dann doch mit Hilfe eines Mittelsmannes eine Pangasiuszucht zu besuchen – eine so genannte Vorzeigefarm. Hier teilen sich nur ca. 20 Fische einen Kubikmeter. In anderen Fischfarmen wie die der Weltmarktproduzenten, zählt man bis zu 60, 80 Fische pro Quadratmeter, meint Catherine Zucco. Medikamente kommen aber auch hier zuhauf zum Einsatz: Antibiotika, Probiotika, Chemikalien etc. Antibiotika werden schon prophylaktisch ins Futter gemixt, da die Tiere aufgrund der Enge extrem krankheitsanfällig sind und der Zustand des Wassers nicht besonders gut ist.

Der Pangasius wird etwa sieben bis neun Monate gemästet, bis er getötet wird. Das Martyrium, das die Tiere dieser Farm dann erleben, sei kurz erläutert: Die Fische kommen nach dem Abfangen lebend in einen großen Korb ohne Wasser und werden zu einem Schiff transportiert. Die untersten Fische müssen einen Druck von bis zu 100 kg erleiden. Im Schiff, das ca. 20 Tonnen Fisch aufnehmen kann, werden Sie in eine Art Käfig geschüttet und zusammengepresst. In diesem noch lebenden Zustand werden Sie zur Schlachtfabrik transportiert, wo sie erst nach 24 Stunden ihren Tod finden, falls sie nicht vorher schon qualvoll verendet sind.

Die Vermarktung ist ein Milliardengeschäft: Für rund 100 Mio. Euro landet der Pengasius jährlich auf deutschen Tellern; der Deutsche verspeist jährlich 40.000 Tonnen. Der Jahresumsatz beläuft sich auf ca. 1,5 Mrd. Dollar für ca 600.000 Tonnen Pangasius.

Das Kamerateam findet heraus, dass dem Fisch während der Verarbeitung Phosphat zugefügt wird, damit er an Gewicht gewinnt. Das Zufügen von Stoffen wie Phosphat und Citronensäure scheint eine gängige Methode zu sein, wie in Deutschland Stichproben der Verbraucherzentrale ergeben haben. Durch die Zugabe dieser Stoffe wiegt der Fisch dann ca. 20 Prozent mehr. Diese Stoffe sind zwar erlaubt, müssen aber auf der Verpackung deklariert werden, was nicht immer der Fall ist.

Ein ganz anderes finsteres Kapitel deckt Zucco auf, als sie Zugang zu einer Fischmehlfabrik erhält. Sie möchte wissen, mit was der Pangasius gemästet wird. Das Team entdeckt, dass hier Tonnen von Wildbeständen aus dem Chinesischen Meer zu Fischmehl verarbeitet werden. Catherine Zucco ist geschockt: Die ganze Artenvielfalt des Meeres wird hier zu Fischmehl vermahlen, darunter viele Jungfische.

Umweltorganisationen wie Greenpeace und WWF hofften früher, dass Zuchtfisch eine gute Alternative zur Überfischung der Meere sein könnte. Heute muss man eingestehen: Fischfarmen stellen nicht nur für die Anwohner eine lebensbedrohliche Gesundheitsgefahr dar, sie treiben auch die Überfischung der Meere voran. Die weißen Fischfilets werden noch lange nicht aus den Supermarktregalen verschwinden. Ändern können nur Sie als Verbraucher etwas.

Der Film zeigt noch weitere Aspekte der Pangasiusindustrie, wie z.B. wirtschaftliche Auswirkungen für die Anwohner, nachgewiesene Rückstände im Speisefisch und auch, dass die WWF nach den Dreharbeiten von Seiten Vietnams starken Druck bekommen hat – aber das sollten Sie sich selbst angucken.

Referenz:
ARD exklusiv, 09.03.2011: Die Pangasius-Lüge