Büffelmozarella: Der Premiumkäse gequälter Büffel

Wer einen schmackhaften Mozarella mag, greift gerne zu italienischem Büffelmozarella. Nur wer weiß schon, dass die Herstellung dieses exklusiven Käses mit grauenvollem Tierleid verbunden ist. „Vier Pfoten“ haben auf italienischen Büffelfarmen katastrophale Zustände aufgedeckt.

„Wir haben mit unseren Nachforschungen in der italienischen Region Kampanien begonnen, wo sich die meisten Büffelfarmen befinden. Bis vor einer Woche suchten wir über ein Dutzend größere und kleinere Farmen auf. Die tierquälerischen Methoden, die sich hinter diesem ‚Premiumprodukt‘ verstecken, sind dort bedauerlicherweise Alltag“, berichtet Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei „Vier Pfoten“.

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ berichtet darüber, dass männliche Büffelkälber vor Ort auf grausige Weise entsorgt werden: Sie werden mit dem Hammer erschlagen, in einem Gülle-Tümpel ertränkt oder man lässt sie vor den Augen der Mütter verhungern. Männliche Büffelkälber sind nämlich ein nutzloses Nebenprodukt, da die Haltung von Büffeln in Europa vorwiegend nur einem Zweck dient: der Produktion von Milchprodukten.

„Vier Pfoten“ kritisiert die Haltung von Büffeln in heißen und feuchten Regionen, wie in Kampanien, da die Tiere eine dickere Haut mit weniger Schweißdrüsen besitzen und es schwierig ist, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Die Tiere bräuchten die Möglichkeit eines Schlammbades oder einer Wasserspritzanlage, mit denen aber die wenigsten Farmen eingerichtet sind.

„Vier Pfoten“ fand katastrophale Zustände auf den Farmen vor: Überfüllte Farmen, Tiere, die auf den eigenen Extrementen standen, offene unbehandelte Wunden, Gangstörungen aufgrund ungepflegter Klauen, fehlendes oder verschmutztes Trinkwasser, stinkende Tierkadaver, die tagelang unter den lebenden Büffeln lagen.

Nach einem Interview mit „Brigitte“ seien die Zustände keine Einzelfälle gewesen, und sie beklagen die fehlenden gesetzlichen Kontrollen. In Kampanien gibt es etwa 1.400 Wasserbüffelfarmen mit 280.000 Tieren.

Die Tierschutzorganisation hat sich jetzt an Supermärkte in Österreich, Deutschland, Schweiz, den Niederlanden und England gewandt, um Druck auf die Hersteller auszuüben. Kaufland hat schon reagiert und möchte gemeinsam mit „Vier Pfoten“ an der Einführung von besseren Standards in der Büffelhaltung arbeiten.

Was können wir tun?
„Vier Pfoten“ hat eine Unterschriftenaktion gestartet: www.vier-pfoten.org/buffalo.
Verbraucher und Tierschützer können Supermärkte anschreiben, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.
Nähre Infos findet Ihr auch hier: Auf Youtube hat „Vier Pfoten“ ein Video über Bedingungen auf Büffelfarmen veröffentlicht.

Referenzen:
krone.de, 21.08.2014: Büffelmozzarella fordert immenses Tierleid
brigitte.de: Lieben Sie Büffelmozzarella? Verzichten Sie besser