Berufsverbot für Schweinebaron – Verstöße gegen Tierschutzrecht

Einer der größten Schweineproduzenten Europas steht derzeit am Pranger: Der Landkreis Jerichower Land im Bundesland Sachsen-Anhalt hat dem „Schweinebaron“ Adrianus Straathof das Halten von Schweinen untersagt: Ihm werden Verstöße gegen Tierhaltungsbedingungen vorgeworfen.

Das Verwaltungsgericht Magedeburg hat das Tierhaltungsverbot gegen den Schweinzüchter Straathof in erster Instanz bestätigt. Das Verwaltungsgericht begründet die Entscheidung, weil bei zahlreichen Tierschutzkontrollen in den Schweinezuchtanlagen immer wieder schwerwiegende Mängel bei der Versorgung, Unterbringung und Pflege der in der Anlage gehaltenen Schweine festgestellt worden waren.

Wie der Stern berichtet, untersuchte die Staatsanwaltschaft Stendal im März 2014 die Schweinezuchtanlage Gladau bei Genthin hinsichtlich Verstöße. Involviert in diese Aktion waren etwa 60 Personen: Kriminalpolizei, Zeugen und Tierärzte. Diese konnten die Verstöße u.a. mit Fotos und Videomaterial dokumentieren.

Straathof soll in seinen Betrieben Ferkel unnötig und unsachgemäß getötet haben. Es ist die Rede von nicht versorgten Verletzungen und unnötigen Antibiotikagaben und von Missständen in der Wasserversorgung. Amtstierärzte berichten von „Qualzucht“.

Das Tierhaltungsverbot des Landkreises Jerichower Land wurde für Straathof persönlich ausgesprochen und gilt sofort. Seine Firmen als juristische Personen sind derzeit nicht betroffen.

Zwar hat Straathof gegen den gerichtlichen Bescheid Widerspruch eingelegt, dennoch: Das Verbot gilt für ihn persönlich, bist das Gericht neu entschieden hat. Nach Presseberichten tritt Straathof bis zur gerichtlichen Klärung der erhobenen Vorwürfe als Geschäftsführer seiner Unternehmen zurück.

Straathof hat nach eigenen Angaben 25 Standorte, wo Schweine gezüchtet werden. Allein in Deutschland produziert er jährlich 1,5 Mio. Ferkel. Es bleibt zu hoffen, dass das Tierhaltungsverbot auf alle Betriebe Einfluss nimmt, wo er in der Geschäftsführung ist oder als Eigentümer in der Tierhaltung mitwirkt.

Referenzen:
stern, 15.12.2014: Gericht bestätigt Verbot der Tierhaltung gegen Straathof
stern, 10.12.2014: Erste Behörde macht Schluss mit der Sauerei
landwirt.com, Haltungsverbot gegen Schweine-Riese Straathof

Was wir tun können:

Solche Menschen wie Straathof können bestehen, weil allzu lange Zeit nur zu gerne weggeschaut wird und letzten Endes auch andere von dem „produzierten“ Billigfleisch profitieren.

Wir können wichtige Firmen der Fleisch- und Lebensmittelindustrie kontaktieren und kritisch fragen, ob sie auch Fleischwaren der Straathof-Betriebe anbieten oder verarbeiten.

Interessant wäre auch zu wissen, ob und welche eigene Kontrollmaßnahmen durchgeführt werden, dass zukünftige derartige Tierschutzverstöße vermieden werden können. Und ob das überhaupt in ihrer Firma Thema ist.

Nach welchen Kriterien wird das Fleischprodukt ausgewählt?

Solche oder andere Fragen könnte man mit ähnlicher Formulierung einmal stellen.

Das könnte ein Signal für die Händler sein, so dass sie ihre Zusammenarbeit mit entsprechenden Firmen, die auf Tierschutz keinen Wert legen, einmal gründlich überdenken können.

Hier einige E-Mail-Adressen:

info@westfleisch.de, info@vogler-fleisch.de, info@vionfood.com, info@toennies.de, info@d-s-wurst.de, presse@rewe-group.com, kontakt@penny.de, info@minden.edeka.de, info@netto-online.de, info@coop.de, nordfrische-center@edeka.de, moin@ruegenwalder.de, info.de@bellfoodgroup.com, marketing@doellinghareico.de, meica@meica.de, info@marten.de, Kontakt@metro24.de, info@real.de, kontakt@lidl.de, mail@aldi-sued.de, mail@aldi-nord.de, info@goldschmaus.de, info@boeklunder.de, info@herta.de, info@wiltmann.de, info@kemper-nortrup.de, reinert@reinert.de, info@houdek.eu, info@metten.net , info@stockmeyer.de, info@combi.buenting.de

(Adressen von tierrechte.de)

 

Vegan, schlank und gesund

Immer mehr Übergewichtige in Deutschland

In Deutschland sind etwa 64 Prozent der Männer und 49 Prozent der Frauen übergewichtig. Bis zum Jahr 2030 erwarten Forscher einen massiven Anstieg der Anzahl der fettleibigen Personen.

Wissenschaftler des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels ermittelten, wie sich die Zahlen in Bezug auf Übergewicht bis zum Jahr 2030 voraussichtlich entwickeln werden.

Hierzu konzentrierten sie sich auf den Kreis der über 50-Jährigen und führten bei verschiedenen Szenarien ihre Statistiken durch. Zuerst ermittelten die Forscher, wie sich die Übergewichtszahlen zwischen den Jahren 1999 und 2009 verändert hatten.

Auf dieser Grundlage prognostizierten Sie den Anstieg an adipösen Senioren bis zum Jahr 2030: Wenn sich der Anstieg bis zum Jahr 2030 im gleichen Tempo wie in der Zeit von 1999 bis 2009 fortsetzt, wird die Zahl der Adipösen um 80 Prozent steigen. Sollte sich der Anstieg allerdings verlangsamen, z.B. um 75 Prozent, wird die Zahl der Adipösen, im Vergleich zum Jahr 2009, immer noch um 30 Prozent zunehmen.

Mit dieser Prognose wird es voraussichtlich noch mehr übergewichtsbedingte Erkrankungen geben, wie z.B. Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolisches Syndrom etc.

Die beste Diätform um abzunehmen: vegan

Weltweit gilt jeder Dritte als übergewichtig. Kein Wunder, dass natürlich immer wieder verschiedene Diätformen untersucht werden, um herauszufinden, welche am effektivsten ist, um abzunehmen.

So durchleuchteten Wissenschaftler der University of South Carolina verschiedene fettarme Ditätformen mit einem niedrigen glykämischen Index, um herauszufinden, welche hinsichtlich einer Gewichtsreduktion die Sinnvollste ist. Die Probanden ernährten sich entweder vegan, vegetarisch, pesco-vegetarisch (vegetarisch inklusiv Fischmahlzeiten), semi-vegetarisch (starke Einschränkung von Fleisch und Fisch) oder aßen Mischkost.

Dabei schnitten die Veganer nach einer Beobachtungszeit von 6 Monaten am besten ab: Die Veganer erzielten nicht nur die größte Gewichtsreduktion, sondern hatten auch die günstigsten Blutfettwerte.

Eigentlich hatten die Autoren der Studie dies nicht erwartet. Ihre Vermutung war gewesen, dass die Pesco-Vegetarier, also die Vegetarier, die zusätzlich noch Fisch essen, am meisten Gewicht verlieren würden. Jetzt müssen die Wissenschaftler zugeben, dass nur der völlige Verzicht aller tierischen Produkte zu diesem positiven Ergebnis geführt hat.

 

Referenzen:

  • spiegel.de, 29.05.2014: Studie zu Übergewicht: Jeder zweite Deutsche ist zu dick
  • spiegel.de, 19.07.2014: Übergewicht in Deutschland: Zahl der Fettleibigen soll bis 2030 dramatisch steigen
  • sciencedaily.com, 06.11.2014: Vegan diet best for weight loss even with carbohydrate consumption, study finds

Büffelmozarella: Der Premiumkäse gequälter Büffel

Wer einen schmackhaften Mozarella mag, greift gerne zu italienischem Büffelmozarella. Nur wer weiß schon, dass die Herstellung dieses exklusiven Käses mit grauenvollem Tierleid verbunden ist. „Vier Pfoten“ haben auf italienischen Büffelfarmen katastrophale Zustände aufgedeckt.

„Wir haben mit unseren Nachforschungen in der italienischen Region Kampanien begonnen, wo sich die meisten Büffelfarmen befinden. Bis vor einer Woche suchten wir über ein Dutzend größere und kleinere Farmen auf. Die tierquälerischen Methoden, die sich hinter diesem ‚Premiumprodukt‘ verstecken, sind dort bedauerlicherweise Alltag“, berichtet Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei „Vier Pfoten“.

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ berichtet darüber, dass männliche Büffelkälber vor Ort auf grausige Weise entsorgt werden: Sie werden mit dem Hammer erschlagen, in einem Gülle-Tümpel ertränkt oder man lässt sie vor den Augen der Mütter verhungern. Männliche Büffelkälber sind nämlich ein nutzloses Nebenprodukt, da die Haltung von Büffeln in Europa vorwiegend nur einem Zweck dient: der Produktion von Milchprodukten.

„Vier Pfoten“ kritisiert die Haltung von Büffeln in heißen und feuchten Regionen, wie in Kampanien, da die Tiere eine dickere Haut mit weniger Schweißdrüsen besitzen und es schwierig ist, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Die Tiere bräuchten die Möglichkeit eines Schlammbades oder einer Wasserspritzanlage, mit denen aber die wenigsten Farmen eingerichtet sind.

„Vier Pfoten“ fand katastrophale Zustände auf den Farmen vor: Überfüllte Farmen, Tiere, die auf den eigenen Extrementen standen, offene unbehandelte Wunden, Gangstörungen aufgrund ungepflegter Klauen, fehlendes oder verschmutztes Trinkwasser, stinkende Tierkadaver, die tagelang unter den lebenden Büffeln lagen.

Nach einem Interview mit „Brigitte“ seien die Zustände keine Einzelfälle gewesen, und sie beklagen die fehlenden gesetzlichen Kontrollen. In Kampanien gibt es etwa 1.400 Wasserbüffelfarmen mit 280.000 Tieren.

Die Tierschutzorganisation hat sich jetzt an Supermärkte in Österreich, Deutschland, Schweiz, den Niederlanden und England gewandt, um Druck auf die Hersteller auszuüben. Kaufland hat schon reagiert und möchte gemeinsam mit „Vier Pfoten“ an der Einführung von besseren Standards in der Büffelhaltung arbeiten.

Was können wir tun?
„Vier Pfoten“ hat eine Unterschriftenaktion gestartet: www.vier-pfoten.org/buffalo.
Verbraucher und Tierschützer können Supermärkte anschreiben, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.
Nähre Infos findet Ihr auch hier: Auf Youtube hat „Vier Pfoten“ ein Video über Bedingungen auf Büffelfarmen veröffentlicht.

Referenzen:
krone.de, 21.08.2014: Büffelmozzarella fordert immenses Tierleid
brigitte.de: Lieben Sie Büffelmozzarella? Verzichten Sie besser

Hormoneinsatz in der Tiermast: BUND fordert Transparenz

Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) warnt in einer eindringlich vor den Gefahren der hormonellen Medikation in der Tiermast. Am Beispiel der Schweinemast werden die Risiken aufgezeigt.

Schwein ist der Deutschen liebstes Fleisch. Er verzehrte in den Jahren 2010 bis 2012 etwa 32,3 kg jährlich. Im Jahr 2013 gab es in Deutschland etwa 28.000 Betriebe mit Schweinehaltung mit sag und über 28 Mio Schweinen. Um dieser hohen Produktionsrate gerecht zu werden, greift der Schweinebauer in das Repertoire seiner Trickkiste: Der Einsatz von Sexualhormonen macht es dem Schweinezüchter möglich, den weiblichen Zyklus der Sauen gleichzuschalten.

Durch Hormongaben kann der Bauer nicht nur steuern, dass alle Sauen zur gleichen Zeit trächtig werden und abferkeln, sondern auch die Anzahl der Wurfrate erhöhen. Die Sau mutiert so zu einer „Hochleistungs-Trächtigkeitsmaschine“, die nicht „leerläuft“ und unnötig Kosten verursacht, sondern in der bereits nach nicht einmal drei Wochen nach der Abferkelung erneut „Frischfleisch“ heranwächst.

In Deutschland bzw. in der EU ist die Einsatz von Masthormonen in der Fleischproduktion verboten. Substanzen mit östrogener, androgener oder gestagener Wirkung stehen im Verdacht, krebserregend zu sein oder das Erbgut zu schädigen. Werden diese Hormone jedoch nicht zu Mastzwecken, sondern zur Gleichschaltung des Zykluses der Tiere eingesetzt, ist dies dubioserweise meist ohne definierte Höchstmenge erlaubt. Hat die Sau als „Zuchtsau“ ausgedient und wird geschlachtet, besteht die Gefahr, dass die zugesetzten Hormone auch im Fleisch sind.

Laut BUND-Bericht handelt es sich nicht um kranke Tiere, sondern um kerngesunde Sauen, die medikamentös mit Hormonen behandelt werden. Dabei sollen Hormone zur Brunstsynchronisation, zur Brunststimulation, zur Ovulationssynchronisation und –stimulation, zur Geburtseinleitung und zur Geburtsbeschleunigung zum Einsatz kommen.

Mit der Ausbringung von Mist und Gülle gelangen die verabreichten Hormone auf die Felder und können letztlich das Trinkwasser belasten, denn noch nicht alle Substanzen lassen sich aus der Kläranlage herausfiltern.

Eine offizielle Bewertung über die toxische Belastung der Umwelt mit endokrinen Substanzen liegt derzeit leider nicht vor, was aber nicht heißt, dass die Ausbringung von hormonellen Substanzen in Luft und Böden als unbedenklich einzustufen ist. Der BUND befürchtet Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier und fordert nachdrücklich eine risikoorientierte Untersuchung.

Aus der Humanmedizin ist bekannt, dass östrogenhaltige Hormone mit bestimmten Krebsarten assoziiert sind, z.B mit Brustkrebs. Eine Vorverschiebung der Pubertät ist ebenfalls festzustellen, Früher trat die erste Regelblutung bei Mädchen im Alter zwischen 16 und 17 Jahre auf, heute zwischen 12 und 14 Jahren. Ein Anstieg an Fruchtbarkeitsproblemen bei Männern und das Auftreten von Hodenkrebs und Prostatakrebs wird ebenfalls mit Hormonen in Verbindung gebracht.

Das Umweltbundesamt bewertet die Ausbringen von Medikamenten über die Ausscheidung von Nutztieren sehr kritisch, wie es auch auf seiner Homepage zu lesen ist:

„Grundsätzlich stellt die Belastung von Gewässern und Böden durch indirekte Einträge wie zum Beispiel über Kläranlagen (Humanarzneimittel) und aus der Landwirtschaft (Tierarzneimittel) eine Herausforderung für eine effektive Regulierung dar. Seit etwa zehn Jahren werden über die Risikobewertung bei der Zulassung neue Informationen von Medikamenten gewonnen. Sie machen deutlich, dass die Risiken bisher oft unterschätzt wurden. Auch stellen die oft schwer abbaubaren Arzneimittel-Wirkstoffe eine besondere Herausforderung für die Abwasserreinigung dar, da konventionelle Reinigungstechniken nicht ausreichen, um die Mehrzahl der Stoffe effektiv aus dem Abwasser zu entfernen.“

Leider liegen derzeit keine offiziellen Zahlen über den Hormoneinsatz in der Tierzucht vor. Und da liegt auch der Hase begraben: Vertreter der industriellen Tiermast können so den Vorwurf der Wasser- und Umweltverunreinigung mit Hormonen aus der Tierzucht abstreiten und den Ball an die Humanmedizin weitergeben.

Allerdings scheint in der Ferkelerzeugung der Einsatz von Hormonen im großen Stil deutschlandweit üblich zu sein. Das kann man jedenfalls als logische Schlussfolgerung den Daten entnehmen, die der BUND offengelegt hat. So liegt z.B. in Ostdeutschland die künstliche Besamung der Sauen bei 100 Prozent. Die Voraussetzung einer künstlichen Besamung einer Sauengruppe ist eine Brunstkontrolle. Für eine gleichzeitige Brunstauslösung von Sauen, die noch nicht geworfen haben, ist ein Hormoneinsatz erforderlich, damit alle in den gleichen Zyklus kommen.

Der Zentralverband der deutschen Schweineproduktion (ZDS) bezifferte im Jahr 2011 die Anzahl der Betriebe, die bei der Ferkelerzeugung einem festgelgten Zeitrhytmus folgen auf 81 Prozent.

Der BUND klärt auf, dass im Jahr 2012 an die 35,3 Prozent in Ställen mit mehr als 500 Sauen gehalten wurden, davon fast zwei Drittel in Ostdeutschland. Etwa 90 Prozent der Sauen in Ostdeutschland befinden sich in Großbetriebe. Eine Bestallung mit 1.500 Schweinen ist dort keine Seltenheit, es gibt auch Betriebe mit 10.000 Sauen und mehr, der größte fasst 32.000 Schweine.

Profitabel ist es, Anzahl der Ferkel pro Jahr auf ein Maximum zu erhöhen, um einen größtmöglichen Gewinn zu ziehen. Um eine Sau so schnell wie möglich wieder trächtig machen zu können, werden kürzere Säugezeiten von 3 – 4 Wochen anstatt von 6 – 7 Wochen in Kauf genommen. Laut Recherche von BUND wird eine Leistungssteigerung von bis zu 34 Ferkel pro Jahr angestrebt. Die Schweine sind jetzt schon so gezüchtet, dass sie teilweise mehr Ferkel auf die Welt bringen als sie Zitzen haben.

Der BUND bemängelt die fehlende Transparenz im Umgang mit Tierarzneimittel. Es gibt kein öffentliches Verzeichnis, bei dem man Daten über alle in der Tierzucht zugelassenen Medikamente sowie Einsatzmenge abrufen könnte. Die Einrichtung einer solchen Datenbank wäre eigentlich ohne weiteres möglich, da die Fleischproduzenten und Tierärzte die Verabreichung von Hormonen ohnehin dokumentieren müssen.

Referenzen:

  • Dr. Heribert Wevers:  Mögliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit durch Einträge von Hormonen; BUND
  • BUND: Fragen und Antworten zum Hormoneinsatz in Deutschland
  • Umweltbundesamt.de: Arzneimittel und Umwelt

Weihnachten 2013 – Tiere sagen Danke

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Haben Sie den Kühlschrank für das Festmahl mit den nötigen Lebensmitteln schon bestückt? Was kommt bei Ihnen an den Weihnachtsfeiertagen auf den Tisch: Gänsekeule, Lachsfilet, Wildschweinbraten oder klassische Rinderroulade? Was auch immer – zu einem Weihnachtsmenü gehört nun mal Fleisch oder Fisch, so der Tenor der Mehrheit der so genannten „Christen“, schließlich feiert man ja die Niederkunft des Herrn. Von Christus, dem Friedensfürsten, der die wahre Liebe gegenüber Menschen und Natur vorgelebt hat und der das Gebot gegeben hat: „Du sollst nicht töten“. Ihm zu Ehren gilt dieses Fest. Deshalb lassen wir uns am 24.Dezember reichlich beschenken und lassen uns es über die Feiertage munden mit Gänsebraten und Co.

3.654.794 Rinder, Kühe und Kälber sowie 58.349.687 Schweine, die im Jahr 2012 ihr Leben lassen mussten, sagen heuer stellvertretend für Millionen weitere Tierseelen Dank, dass sie als Nahrungsquelle für den edlen Menschen dienen durften, dass sie auf grausame Art und Weise gezüchtet, eingepfercht, gemästet und geschlachtet wurden. Und sie bedanken sich bei den Christen, die an einem der höchsten Feiertagen mit ihrem Schlachtfest den verhöhnen, dem dieser Tag eigentlich gewidmet ist.

Bild: fleischskandale.de

Dänische Regierung lehnt Wal-Abschlachtung nicht ab

Nachdem ich der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin darum gebeten hatte, sich bezüglich des alljährlichen Wal-Massakers auf den Färöer-Inseln einzuschalten, bekam ich postwendend prompt ein Schreiben zugesand. Leider wurde in keinster Weise auf mein Anliegen eingegangen, ganz im Gegenteil!

Hier mal mein Schreiben:

Dänische Regierung scheint Wal-Massacker auf en Färöer-Inseln zu befürworten

Und diesen nicht unterschriebene „Standardwisch“ wurde mir von der Königlichen Dänischen Botschaft daraufhin geschickt:

Dänische Botschaft steht Wal-Abschlachtung positiv gegenüber
Dänische Botschaft hält alljährliche Wal-Abschlachtung auf den Färöer-Inseln für Tierschutz

Möge sich jeder seine eigenen Gedanken über so eine Unverfrohrenheit machen…

Grausames Wal-Gemetzel auf den Färöer-Inseln

Auf den Färöer-Inseln wird Jahr für Jahr eine grausame Tradition gepflegt: das bestialische Abschlachten von Walen und Delfinen. Die Färöer-Inselen gehören zu Dänemark. Die Inselgruppe befindet sich im Nordatlantik zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island.

Die Meeressäuger werden mit modernen Motorboten in die Buchten getrieben, wo den Tieren nichts anderes übrig bleibt, als zu stranden. Und hier wird dann das Massaker vollzogen:  Den Meeressäugern werden in die Blaslöcher Metallhaken gestoßen, das Rückgrad durchgeschnitten – die Tiere verbluten langsam, ein grauenvoller Tod. Das Wasser färbt sich rot, manche Wale schwimmen stundenlang im Blut ihrer Angehörigen, bis sie selbst der grausame Tod ereilt. Tausende von Grindwalen, Schnabelwalen sowie Delfinen werden so jedes Jahr hingemetzelt.

Eigentlich ist das Töten von Walen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, zu denen auch Dänemark gehört, verboten. Die Färöer-Inseln  müssen sich aber nicht dem Walfangverbot unterwerfen, da sie nicht Mitglied der Europäischen Union sind. Die Färöer sind eine „gleichberechtigte Nation“ innerhalb des Königreichs Dänemark. Die Bewohner der Färöer-Inseln sehen sich als Nachfahren der Wikinger und als eigenständiges Volk, nicht als Dänen.

Was können wir tun?

1. Protestschreiben

Peta ruft auf, gegen die blutigen Walabschlachtungen auf den Färöer-Inseln zu protestieren, und zwar bei der dänischen Botschaft in Deutschland, der dänischen Regierung sowie beim Premierminister der Färöer-Inseln.

  • Fordern Sie das sofortige Ende der blutigen Massenabschlachtungen auf den Färöer-Inseln!
  • Dänemark soll seinen Einfluss durchsetzen und den Walfang auch auf den Färöer-Inseln verbieten.

Richten Sie Ihren Protest an:

Königlich Dänische Botschaft
Botschafter Per Poulsen-Hansen
Rauchstraße 1
10787 Berlin
Deutschland
Tel.: +49 (30) 5050 2000
Fax: +49 (30) 5050 2050

***

Løgmansskrivstovan, Prime Minister’s Office
Kaj Leo Johannesen
Tinganes, Postrúm 64
110 Tórshavn
Faroe Islands
Tel.: +298 306000
Fax: +298 306015

***

Statsministeriet, The Prime Minister’s Office
Prime Minister Helle Thorning-Schmidt
Christiansborg, Prins Jørgens Gård 11
1218 Copenhagen K
Denmark
Tel.: +45 33 92 33 00
Fax: +45 33 11 16 65

2. Spenden

Wale vor Todesbuchten mit Geräten fernhalten

ProWal ist eine Tierschutzorganisation, die jetzt im Frühjahr 2013 vor Ort Maßnahmen ergreifen möchte, damit die Grindwale gar nicht erst in die Buchten kommen. Bei einer Vergrämeraktion sollen so genannte Pinger eingesetzt werden, um die Wale vor den Schlachtbuchten fernzuhalten. Geplant sind 300 Pinger, die natürlich finanziert werden müssen. Das ist in der Tat eine große Sache; ProWal freut sich über jede Pingerpatenschaft zu je 40 Euro.

Weitere Infos und Kontoverbindungen:
http://www.walschutzaktionen.de/1807501.html

Referenzen:
peta.de: Protestieren Sie gegen die blutigen Walabschlachtungen auf den Färöer-Inseln
wikipedio.org: Färöer

Hände weg von rotem Fleisch: erhöhtes Sterblichkeitsrisiko!

Eine Studie hat wieder einmal bestätigt: Rotes Fleisch macht krank! Wissenschaftler der Harvard-Universität in Cambridge werteten die Daten von zwei groß angelegten amerikanischen Studien aus, die über einen Zeitraum von 28 Jahren durchgeführt wurden, um die Risiken des Fleischverzehrs zu ermitteln. An den Studien nahmen rund 37.700 Frauen und 83.600 Männer teil, dabei fanden die Wissenschaftler Folgendes heraus:

Der tägliche Verzehr von rotem Fleisch, dazu gehört z.B. Rind, Schwein oder Lamm, steigert das Sterblichkeitsrisiko um 13 Prozent, wer täglich gerne zu Wurstprodukten greift,  hat ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko sogar um 20 Prozent. Sie haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochruck und Darmkrebs.

Die Forscher empfehlen eine Veränderung der Essgewohnheiten: Wer anstatt einer Portion roten Fleisches Fisch, Geflügel, Nüsse, Hülsenfrüchte oder Getreideprodukte esse, senke das Risiko deutlich.

Referenz:
Der Westen, 13.03.2012: Zu viel rotes Fleisch kann krank machen.
Welt.de, 13.03.2012: Wer täglich rotes Fleisch verzehrt, stirbt früher

Kommentar:
Aha – es wird geraten, sich vom Verzehr von rotem Fleisch zu distanzieren, gleichzeitig wird der Konsum von Geflügel und Fisch propagiert. Gut, es handelt sich um eine US-amerikanische Studie, bei der sicherlich das Auftreten nur bestimmter Erkrankungen in Verbindung mit Fleisch untersucht wurde.
In Deutschland jedenfalls genießt Geflügelfleisch derzeit einen zweifelhaften Ruf: Im September 2011 führte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Untersuchung von Geflügelfleisch hinsichtlich der Keimbelastung durch. In der deutschen Presse war zu lesen, dass 42 Prozent der Putenfleisch- und 22 Prozent der Hähnchenfleischproben mit resistenten Keimen kontaminiert waren. (focus.de, 20.09.2011: Gefährliche Keime auf Geflügelfleisch). Siehe auch diese Meldung: focus.de, 09.01.2012: Multiresistente Keime in jedem zweiten Hähnchen. Die letzten Tage ging durch die Presse, dass ein Wiesenhof-Schlachthof aufgrund Hygienemängel vorübergehend geschlossen werden musste.

Auch der Mythos vom gesunden Fisch hält sich eisern. Obwohl auch in Ärztekreisen langsam bekannt sein müsste, dass eine Quecksilberbelastung durch den Verzehr von Seefisch nicht zu unterschätzen ist: In einer Studie vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern durchgeführt wurde, wurden bei Personen aus Ländern mit einem traditionell hohen Fischkonsum besonders hohe Quecksilberwerte gemessen. Untersucht wurden 250 Frauen aus 21 Ländern (welt.de, 23.04.2007). Quecksilber ist ein starkes Nervengift und verringert den IQ. Schwangeren und stillenden Frauen und solchen, die ein Kind bekommen können, wird eine Einschränkung des Fischverzehrs empfohlen.

Warum können Wissenschaftler, die große und teure Studien durchführen lassen, nicht das richtige Fazit ziehen: Hände weg von Fleisch und Fisch!


Trauriger Rekord: Die Deutschen essen immer mehr Fleisch!

Die Produktion von Fleisch erreichte im letzten Jahr eine Rekordzahl von 8,0 Mio. Tonnen. Im Jahr 2009 wurde nach Aussagen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) noch 302.000 Tonnen weniger Fleisch produziert.

Vor allem Schweine mussten 2010 für die Gaumenlust ihr Leben lassen: 5,4 Millionen Tonnen Schweinefleisch landeten auf den Tellern, gefolgt von Geflügelfleisch mit 1,4 Tonnen und Rindfleisch mit 1,2 Tonnen.

Tierart Einheit 2010 Veränderung gegenüber Vorjahr in % 4. Quartal 2010 Veränderung gegenüber Vorjahreszeitraum in %
Rinder insgesamt 1 000 Tiere 3 737,9 – 0,0 1 041,0 – 0,5
1 000 Tonnen 1 185,2 0,9 329,8 1,2
davon:
Ochsen und Bullen 1 000 Tiere 1 555,0 – 0,2 437,3 0,2
1 000 Tonnen 582,9 0,9 164,3 0,6
Kühe 1 000 Tiere 1 331,4 – 3,0 363,2 – 0,3
1 000 Tonnen 405,9 – 1,7 110,2 1,3
Färsen 1 000 Tiere 508,1 6,6 145,3 3,7
1 000 Tonnen 148,6 8 42,2 4,6
Kälber 1 000 Tiere 315,2 4,4 87,6 1,2
1 000 Tonnen 43 5 11,9 0,8
Jungrinder 1 000 Tiere 28,2 – 2,4 7,6 – 2,4
1 000 Tonnen 4,8 – 3,4 1,3 – 18,3
Schweine 1 000 Tiere 58 138,9 3,7 14 979,5 2,8
1 000 Tonnen 5 441,6 3,8 1 405,1 3,2
Lämmer 1 000 Tiere 816,5 3,6 248,2 5,9
1 000 Tonnen 15 3,8 4,6 6
Übrige Schafe 1 000 Tiere 157,6 – 14,4 53,3 – 6,7
1 000 Tonnen 4,8 – 14,1 1,6 – 6,2
Ziegen 1 000 Tiere 23,2 5,6 6,5 19,5
Pferde 1 000 Tiere 9,2 1,4 3 8,7
Ziegen und Pferde 1 000 Tonnen 2,8 2 0,9 10
Zusammen 1 000 Tonnen 6 649,4 3,3 1 742,0 2,8
Geflügel 1 000 Tonnen 1 379,6 7 357,8 5,8
darunter:
Jungmast-hühner 1 000 Tonnen 802,8 7,1 206,1 6,3
Enten 1 000 Tonnen 61,3 – 1,8 17 – 4,4
Truthühner, Perlhühner 1 000 Tonnen 478,5 9,2 124,3 7,9
Insgesamt 1 000 Tonnen 8 029,0 3,90 2 099,8 3,30

Kommentar:
Angesichts der Klimaproblematik, des Welthungers, der zunehmenden Verknappung des Trinkwassers etc. ist das ein elendiges Ergebnis – ganz zu schweigen vom unsagbaren Leid der Tiere, nur weil wir darauf bestehen,  Fleisch zu essen.

Quelle:
destatis.de